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23. November 2017 | 08:55 Uhr

Der Glatte Aal wechselt den Besitzer

vom

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2013 | 11:12 Uhr

Rostock | Der Glatte Aal hat einen neuen Besitzer. Das Grundstück in bester Innenstadtlage geht an die Randals wood Germany GmbH. Zwar werden bis zur offiziellen Erteilung des Zuschlags noch einige Wochen vergehen, aber dann sollte der Verkauf fix sein. Bei der Zwangsversteigerung war das Unternehmen, das sich derzeit in der Gründung befindet, als einziger Bieter aufgetreten. Sechs Millionen plus die offenen Forderungen der Hansestadt Rostock von rund vier Millionen Euro - für diesen Preis wechselt der Glatte Aal den Besitzer.

Wer sich hinter der Randalswood Germany GmbH mit Sitz in Berlin verbirgt, ist nach dem gestrigen Termin ein offenes Geheimnis. Zwar hüllte sich der Rechtsanwalt, der das Gebot im Namen seines Mandanten überbrachte, über dessen Identität in Stillschweigen. Da der Jurist aber gleichzeitig als Vertreter des Hauptgläubigers auftrat, dürfte der Ire Patrick Joseph McGrath zumindest beteiligt sein. Er war es auch, der als Gläubiger die Zwangsversteigerung beantragt hatte.

Der Andrang war groß, als um 10.30 Uhr das Verfahren begann. Zunächst erklärte die Rechtspflegerin noch einmal im Detail, um welche vier Grundstücke es sich handelt und mit welchen Forderungen die einzelnen Flächen belastet sind. Die meisten entfallen mit der Versteigerung. Allein die Auflassung der Hansestadt Rostock von vier Millionen Euro sowie der Sanierungsvermerk bleiben bestehen. So müssen bei der Bebauung zu erwartende archäologische Funde von Fachleuten betreut werden. Außerdem steht die artenschutzgerechte Umsiedlung der Fledermäuse, die auf dem Grundstück des ehemaligen Katalyseinstituts hausen, noch aus. Darüber hinaus wurde festgelegt, dass die Grundstücke im Paket versteigert werden. Der ermittelte Verkehrswert dafür: 9,4 Millionen Euro.

Im Anschluss hatten die Interessenten 30 Minuten Zeit, ihre Gebote abzugeben - so lange muss die Versteigerung mindestens dauern. Während sich kein anderer Bieter meldete, überreichte der Rechtsanwalt des selbst anwesenden Gläubigers der Rechtspflegerin das Gebot seines Mandanten: Sechs Millionen von der Randalswood Germany GmbH. Da sich auch nach Auslaufen der 30-Minuten-Frist kein weiterer Interessent zu Wort meldete, wurde das Angebot angenommen.

Der 2010 verstorbene Investor Jürgen Klechowitz hatte den Glatten Aal mit dem Vorhaben gekauft, darauf ein Wohn- und Geschäftshaus, ein Hotel und ein Casino zu errichten. Aus dem Projekt wurde nichts, es gab Streit mit der Stadt unter anderem wegen einer Kastanie. Der Unternehmer hinterließ seiner Witwe eine mit Schulden hoch belastete Immobilie. Die Fläche dient derzeit als Parkplatz.

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