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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 03:05 Uhr

Der Fuß ersetzt den Golfschläger

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2013 | 11:51 Uhr

Wittenbeck | Das Strahlen im Gesicht von Josefine Brandt weicht der Verzweiflung. "Oh nein", kommentiert die Neunjährige ihren Versuch, Loch vier erfolgreich zu beenden. Doch das Einlochen will einfach nicht klappen, der Fußball rollt wieder den Hügel hinab.

Das Mädchen aus Einbeck in Niedersachsen ist zusammen mit der Familie aus dem Urlaubsquartier in Kühlungsborn nach Wittenbeck gekommen. Dort kann seit Ende Juni im Ostsee Golf Resort "Gofu" gespielt werden, wie die zahlreichen Fans diese neue Sportart bereits abkürzen. "Wir haben auf einer Fortbildung vom Golf-Fußball erfahren und uns eine Anlage angeschaut", sagt Jennifer Spill. Kurzerhand brachte die Marketing-Assistentin vom Ostsee Golf Resort die Idee mit nach Hause. Auf einer alten Übungsbahn entstand der erste Gofu-Park mit Ostseeblick.

Profi-Kicker haben die gleiche Chance wie Amateure

Das drei Hektar große Gelände bietet 9 oder 18 Löcher zum Spielen. Eine Runde dauert bis zu drei Stunden, denn die jeweiligen Bahnen messen zwischen 43 und 113 Meter. Gespielt wird in normalen Sportschuhen ohne Stollen. Es gilt, den Ball mit möglichst wenigen Fuß-Kicks einzulochen. Doch so einfach, wie sich das anhört, ist es nicht, denn die Bahnen wurden mit Hindernissen versehen. Da muss über Holzwände, durch Röhren oder Strohballen hindurch geschossen werden, geht es bergauf und bergab. Wer Pech hat, bei dem landet der Fußball auch mal im Sand-Bunker. Wasserhindernisse wie beim normalen Golf gebe es Spill zufolge aber nicht. Der kleine Bach, der die Gofu-Fläche vom Neun-Loch-Golfplatz trennt, sei schon immer da gewesen und nicht extra für den neuen Trendsport angelegt worden.

20 Gofu-Parks gebe es bereits in der Republik, in Wittenbeck nun den ersten mit Ostsee-Blick. Und der kommt an. "Das macht Spaß, auf dem Golfplatz bei uns zu Hause gibts bisher nur Frisbee-Golf. Die Variante mit dem Fußball müssten wir dort mal vorschlagen", sagt Mama Martina Brandt. Nach Loch vier liegt sie bei der Wertung vorne - und das in einer Familie, in der alle Mitglieder aktiv Fußball spielen oder das früher getan haben. Ungewöhnlich sei das nicht, sagt Jenny Spill. "Denn durch die Hindernisse gehört auch Glück dazu. Es ist nicht so, dass Profi- oder Hobbyfußballer hier automatisch immer gewinnen", sagt sie. Unter den vielen Besuchern seit der Eröffnung seien neben Vereinsgruppen oder Teilnehmern von Ferienfreizeiten vor allem Familien gewesen, bei denen alle Mitglieder gleichermaßen begeistert gewesen wären. "Beim Gofu lernen die Spieler gleichzeitig die Regeln und auch einige der Begriffe vom Golfen", sagt Spill. Sie hofft, dass dadurch immer mehr Menschen mögliche Berührungsängte verlieren. "Golf gilt immer noch als elitärer Sport, dabei ist das gar nicht mehr so", sagt sie.

Für Gofu zumindest braucht es weder eine Club-Mitgliedschaft noch spezielle Ausrüstung - nur Lust an Bewegung und Spaß am Kicken.

Im Internet: www.gofu-park.de

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