Bootshäuser in Gefahr : Der Abriss droht

Ärger mit der Stadtverwaltung haben Maik Vater (l.) und Hans-Peter Kröger.
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Ärger mit der Stadtverwaltung haben Maik Vater (l.) und Hans-Peter Kröger.

Die Bootshäuser wurden in den 60er-Jahren genehmigt und gebaut. Das Problem: Heute sind es keine Boots-, sondern Wochenendhäuser. Schwarzbauten droht der Abriss.

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12. März 2014, 14:00 Uhr

„Die Stadtverwaltung will uns einem Neubaugebiet am Weißen Kreuz opfern“, sagt Maik Vater vom Anglerverein Oberwarnow. Er vertritt gemeinsam mit Hans-Peter Kröger von der Interessengemeinschaft Oberwarnow die 34 Bootshaus- und rund 160 Kleingartenbesitzer zwischen der Schleuse am Mühlendamm und der Eisenbahnbrücke.

Diese liegen mitten im Planungsgebiet für ein Uferkonzept, an dem die Verwaltung arbeitet – und in dem laut den Betroffenen durch Abriss grüne Ausgleichsflächen für das Neubaugebiet geschaffen werden sollen. Sie haben mehr als 1000 Unterschriften gesammelt und an Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens (CDU) übergeben, um das zu verhindern.

Die Bootshäuser wurden in den 60er-Jahren genehmigt und gebaut. Das Problem: Heute sind es keine Boots-, sondern Wochenendhäuser. „Wir wollen nichts beschönigen – es gab Stück für Stück eine Umnutzung bis hin zum dauerhaften Wohnen“, sagt Vater. Legal sei das nicht gewesen, aber die Stadt habe sich trotz Kenntnis nicht darum gekümmert.

Grund für die Umnutzung sei unter anderem das Verbot motorisierten Schiffsverkehrs auf der Oberwarnow gewesen, um das Trinkwasser zu schützen. Hinzu komme die Schließung der Schleuse vor ein paar Jahren. Die Bootsschuppen sind schlichtweg überflüssig. Laut Verwaltung stellen sie zwar ein schützenswertes Kulturgut dar, aber eben nur in ihrer ursprünglichen Nutzung als Bootshäuser. „Das sind dann vielleicht noch zwei“, so Vater.

Erhalten bleiben könnten die Gebäude nur, wenn sie nachträglich genehmigt würden. Laut Landesbauordnung wäre das zulässig. Nicht zulässig hingegen ist der nicht vorhandene Brandschutz. Den will Vater herstellen, indem er die Bootshäuser zu Gruppen zusammenfasst und zwischen ihnen Sicherheitsabstände einrichtet. Auch in Bezug auf einen im Uferkonzept vorgesehenen öffentlichen Radweg zeigen die Betroffenen sich kompromissbereit. Sie bieten sogar an, eigene Flächen aufzugeben, um den vorhandenen Weg zu verbreitern.

Die Verwaltung lehne das ab, so Kröger. Sie habe zudem einen neuen Nutzungsvertrag mit den Kleingärtnern aufgesetzt, demzufolge der Pachtzins von derzeit 6 Cent pro Quadratmeter auf 70 Cent angehoben werden soll. „Das kommt für mich einer kalten Enteignung nahe“, sagt Kröger. Die aktuelle Pacht sei zwar zu niedrig, aber eine Anhebung um 1166 Prozent übertrieben. Zumal die Kleingärtner gerade erst mit erheblichem finanziellen Aufwand Abwassertanks einbauen mussten.

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