Denkmal und Neubau: Die Zukunft der Anker-Ruine

<strong>Wohnen und Einkaufen:</strong> Ins Erdgeschoss zieht ein Discounter, darüber entstehen 23 Wohnungen.<grafik>nnn</grafik>
Wohnen und Einkaufen: Ins Erdgeschoss zieht ein Discounter, darüber entstehen 23 Wohnungen.nnn

svz.de von
13. Juni 2012, 09:13 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Rund 2,6 Millionen Euro will Lidl in die alte Anker-Ruine investieren. Seit gestern ist auch bekannt, wie die Pläne des Discounters konkret aussehen. Ein Neubau mit weißer, moderner Putzfassade soll sich an den historischen Backsteinbau in der Doberaner Straße anfügen. Lidl hat einen Bauantrag gestellt - und erste Details und Entwürfe gestern bei der Sitzung des zuständigen Ortsbeirates für die Kröpeliner-Tor-Vorstadt vorgelegt.

Die Kommunalpolitiker waren von dem Projekt allerdings alles andere als begeistert. "Für mich sind noch zu viele Fragen offen", sagte die Vorsitzende Annette Niemeyer (Aufbruch 09). Die Ortsbeiräte sehen Klärungsbedarf bei der Verkehrsführung und der Verträglichkeit mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt und lehnten den Bauantrag mit einer Stimme Mehrheit ab. Allerdings ist das nur eine Empfehlung - am kommenden Dienstag werden die Lidl-Pläne noch einmal im Bauauschuss beraten, das letzte Wort hat dann die Bürgerschaft.

Nach den Vorstellungen des Eigentümers werden in den denkmalgeschützten Gemäuern ein Lebensmittelmarkt sowie 23 Wohnungen entstehen. Darüber hinaus ist eine Tiefgarage mit 29 Stellplätzen für die Bewohner vorgesehen. Die Zufahrt soll über die Friedrichstraße erfolgen. Die Kunden des Einkaufsmarktes können ihre Fahrzeuge auf der 58 Stellplätze umfassenden Parkfläche abstellen. Diee können sie, ebenso wie die Lieferanten, über die Doberaner Straße erreichen.

Der Bauantrag sieht vor, dass der Komplex aus Denkmal und Neubau drei Geschosse erhält. Darüber hinaus soll das Dachgeschoss des 1870 erbauten Backsteingebäudes erschlossen werden. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) zeigte sich zufrieden mit den nun vorgestellten Entwürfen. "Die gelungene Verbindung von historischer Bausubstanz mit moderner Lebensqualität wird sich zu einem attraktiven Anziehungspunkt in unserer Hansestadt entwickeln", so der Verwaltungschef. Auch die Denkmalpflege unterstützt das Projekt . "Das ist ein riesiger Meilenstein für uns und vielleicht die letzte Chance für das Denkmal", sagt Stadtkonservatorin Uta Jahnke.

Der Komplex in der Doberaner Straße 144 soll eine Länge von 49 Metern und eine Breite von 32 Metern haben. Im Erdgeschoss soll der Lebensmittelmarkt eine Nutzfläche von 799 Quadratmetern nutzen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen