Den Traumberuf in Rostock finden

 <strong>Rüdiger Kamrau  </strong> <strong>von Rostock Port</strong> informiert<strong /> Ramona Zitzen  und Nicolás Rapoport  über die Karrierechancen als Hafenlogistiker.<foto>geos</foto>
Rüdiger Kamrau von Rostock Port informiert Ramona Zitzen und Nicolás Rapoport über die Karrierechancen als Hafenlogistiker.geos

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01. Juni 2012, 12:22 Uhr

schmarl | Für die meisten Jugendlichen ist es der erste schwere, eigenständige Schritt in ihrem Leben: die Wahl der Berufsausbildung. Noch zu Schulzeiten müssen sie sich bewerben und ihre berufliche Zukunft nach ihren Interessen und Eigenschaften planen. Eine Hilfestellung soll ihnen die gestern in der Hanse Messe eröffnete Messe Nordjob geben. Sie wird heute fortgesetzt.

In diesem Jahr beenden mehr als 10 400 Jugendliche im Land ihre Schullaufbahn - und werden somit potenzielle Azubis. Die Aussteller auf der Nordjob wollen möglichts viele von ihnen für ihre Unternehmen begeistern. Helga Rusin von der Industrie- und Handelskammer (IHK), Initiator der Messe, verdeutlicht den Druck, der auf den Firmen lastet: Im vergangenen Jahr standen 12 600 verfügbaren Ausbildungsstellen nur 8950 Bewerber gegenüber. 38,2 Prozent der Rostocker Unternehmen konnten nicht alle ihre Ausbildungsplätze besetzen. Dabei bemängeln die Firmen nicht nur die Anzahl, sondern auch die Eignung der Bewerber. Zwar hätten sie schon ihre Anforderungen an den Schulabschluss gesenkt, es mangele aber an sozialen und charakterlichen Fertigkeiten der Schüler. Beispielsweise an Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft sowie den entsprechenden Umgangsformen, wie Rusin erklärt.

Bewerber bekommen in Gesprächen Hilfe

Bei der Nordjob wird dieser Asymmetrie nun entgegengewirkt. Unternehmen können hier gezielt auf sich aufmerksam machen. Auch sei die Ausstellungsform - das direkte, vorbereitete Gespräch - sehr viel zielführender als spontane, sonst auf Messen übliche Treffen, so Rusin. Roderich Stintzing vom Institut für Talententwicklung lobt das Konzept: "Jedes fünfte konkrete Gespräch auf der Nordjob führt zu einer tatsächlichen Bewerbung - auf klassischen Ausbildungsmessen lediglich jedes 50." Insgesamt gehen die Veranstalter von 6000 Gesprächen zwischen 2090 Schülern und 75 Ausstellern aus. Mit dieser Beteiligung ist die IHK sehr zufrieden. Nach Angaben von Rusin ist dies die erfolgreichste Nordjob überhaupt.

Neben Unternehmen stellen sich aber auch einige Hochschulen vor. Exotisch wirkt dabei vor allem ein chinesisch-britisches College, welches in Shanghai ansässig ist und viele Blicke auf sich zieht. Stintzing lobt Schüler, die sich für eine Ausbildung im Ausland interessieren. "Erfahrungen, die in anderen Kulturkreisen und natürlich auch in anderen Märkten gemacht werden, kommen den Fachkräften später bei ihrer Arbeit hier vor Ort sehr zugute", sagt er. So sieht auch Rusin die zukünftige Ausbildungssituation positiv: Etwa 80 Prozent der ausbildenden Rostocker Unternehmen werden ihre Angebote an junge Menschen weiter aufrechterhalten oder sogar ausbauen. Auch das Ungleichgewicht zwischen Bewerberzahlen und verfügbaren Stellen in den Firmen werde sich angleichen, da die Schulabgängerzahlen in diesem Jahr erstmals seit 1997 wieder ansteigen.

Die Idee hinter der Nordjob

Auch heute können sich Jugendliche auf der Nordjob noch über mögliche Ausbildungsplätze informieren. Im Vorhinein haben die meisten bereits im Unterricht Bewerbungsvorbereitungen getroffen und auch einen Gesprächstermin mit den Ausstellern vereinbart. 15 bis 20 Minuten dauert ein Gespräch, welches die Schüler nutzen können, um ihre Fragen zu stellen, sich aber auch von den Firmenvertretern in die Möglichkeiten der Ausbildung einführen zu lassen. Wer bisher keinen Termin gemacht hat, kann aber auch ungebunden auf die kostenfreie Messe kommen und die Aussteller dort ansprechen. Dabei reichen die Angebote vom klassischen Ausbildungsberuf, über ein duales Studium bis hin zum Vollzeitstudium an einer Universität. Alle Branchen sind vertreten. Für die Unternehmen ist es eine gute Möglichkeit, nicht nur als Ausbildungsbetrieb für sich zu werben, sondern auch einen direkten Eindruck von den Bewerbern zu bekommen und in entspannter Atmosphäre auf die Fragen und Wünsche der jugendlichen Interessenten einzugehen.

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