Demo im farbenfrohen Gewand

<strong>Munter dabei: </strong>Henry Helt macht mit.
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Munter dabei: Henry Helt macht mit.

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22. Juli 2012, 08:57 Uhr

Stadtmitte | Glitzernde Kostüme, unzählige Seifenblasen, kunterbunte Luftballons und gut gelaunte Menschen, wohin das Auge reicht: Zum 10. Mal haben Schwule und Lesben am Sonnabend ausgelassen den Christopher Street Day (CSD) in der Rostocker Innenstadt gefeiert. Mit auffälligen Umzugswagen und schriller Musik zogen sie durch die Kröpeliner Straße. Der Verein CSD Rostock hatte zwölf Wagen für die Parade gestaltet. Mit fuhren zum Beispiel der Verein Rat und Tat, der Lesben- und Schwulen-Verband MV Gaymeinsam und der Regenbogen-Verein für Schwule und Lesben in der Hansestadt Stralsund. Neben dem Umzug gab es viele weitere Programmpunkte.

Was bei der ausgelassenen Partystimmung jedoch nicht in den Hintergrund treten darf und auch in diesem Jahr wieder deutlich wurde: Der CSD ist vor allem auch eine Demonstration. Mit ihrer einzigartigen Kundgebung setzten sich Schwule, Lesben und Unterstützer für die Gleichstellung Homosexueller ein. Ab 13 Uhr ging es darum vor dem farbenfrohen Umzug ernster zur Sache. Hier wurde ein sehr schwieriges Thema diskutiert: Homophobie. Denn das Motto des diesjährigen CSD lautete: "Wo kein Wissen ist, wachsen Vorurteile." Damit sollte auf die immer noch herrschende Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit in der deutschen Gesellschaft aufmerksam gemacht werden. "Solange ,schwule Sau’ auf Schulhöfen und in Fußballstadien noch eines der häufigsten Schimpfwörter ist, solange rentiert es sich für uns, als Schwule und Lesben auf die Straße zu gehen", sagt der 37-jährige Karsten aus Stralsund und spricht damit vielen der etwa 3000 Menschen auf dem Neuen Markt aus der Seele.

Die Redner beim 10. Rostocker CSD waren sich dann auch sicher, dass sie in zehn Jahren beim nächsten runden Jahrestag ihre gesellschaftliche Diskriminierung immer noch beklagen müssen. In die Reihe der Gastredner gesellte sich dann auch Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). In seinem Grußwort machte er deutlich, dass Übergriffe auf Homosexuelle mit allen rechtsstaatlichen Mitteln sanktioniert werden sollten. "Solche Taten sind absolut inakzeptabel für eine aufgeklärte Gesellschaft", so Methling. Freude löste das Stadtoberhaupt aus, als er einer Avantgardistin der Bewegung aus St. Petersburg die Unterstützung für das kommende Jahr zusagte. Sie war nach Rostock eingeladen worden, doch der Besuch scheiterte an bürokratischen Hindernissen, die auch mit der fehlenden finanziellen Absicherung der Reise zu tun gehabt haben sollen. "Darum habe ich gesagt, dass die Hansestadt Rostock für die Reise die Kosten übernehmen wird", sagt Methling. Es gehe um Reisekosten zwischen 1000 und 1500 Euro.

Am Abend wurde dann noch munter weitergefeiert. Im Ratskeller ließen die Teilnehmer des Rostocker CSD den Tag ausklingen. Dazu hatten die Veranstalter DJane Annemarie Eilfeld eingeladen. Die kesse Blondine machte bei der TV-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" von sich Reden.

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