Rostock : Dem Volkstheater fehlen die Besucher

Am Volkstheater Rostock bleiben die Besucherzahlen unter dem neuen Intendanten Sewan Latchinian deutlich hinter den Erwartungen zurück.
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Am Volkstheater Rostock bleiben die Besucherzahlen unter dem neuen Intendanten Sewan Latchinian deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Nur 17 400 Zuschauer in drei Monaten / Heute OB-Konzept in der Bürgerschaft

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03. Dezember 2014, 09:00 Uhr

Am Volkstheater Rostock bleiben die Besucherzahlen unter dem neuen Intendanten Sewan Latchinian deutlich hinter den Erwartungen zurück. 4300 zahlende Gäste im September, 6600 im Oktober, 6500 im November, rechnet der Kaufmännische Geschäftsführer Stefan Rosinski auf Anfrage unserer Zeitung vor. Rein statistisch müssten nach Latchinians selbstgesetztem Ziel von 110 000 Zuschauern in der Spielzeit 2014/2015 mindestens 10 000 Besucher monatlich gezählt werden. Dabei sprach der neue Intendant vor wenigen Tagen von einer „neue Theaterlust“ in der Hansestadt. Beachtliche 17 Premieren hatte Latchinian in den ersten zehn Wochen auf den Spielplan gesetzt. Oft sind es jedoch Stücke für kleine Spielstätten. Im großen Saal wurde bislang sechsmal vor den 500 Zuschauern gespielt. Dennoch rechnet Geschäftsführer Stefan Rosinski im Dezember mit einem Zustrom von 22 900 Besuchern, insbesondere durch die Inszenierung von Moliéres „Der Geizige“ und durch das Weihnachtsmärchen. „Der Trend ist positiv“, sagt Rosinski.

Die verhagelte Startbilanz wird die Diskussion um die Theaterfinanzen weiter anheizen. Heute will Oberbürgermeister Roland Methling in der Bürgerschaft sein neues Theaterkonzept vorstellen. Es sieht die Schließung von zwei Sparten vor – Tanz- und Musiktheater. Dagegen gibt es heftige Proteste. Aber dem Volkstheater fehlen perspektivisch jährlich 2,7 Millionen Euro. Methling will zudem eine Bürgerbeteiligung an der Reformdebatte initiieren.

„Mehr und mehr Mitglieder der Bürgerschaft bezweifeln, dass ein Zwei-Sparten-Haus aus Orchester und Schauspiel überlebensfähig ist“, so Aufsichtsratsvorsitzende Eva-Maria Kröger (Linke). Erst am 8. Dezember ist die Vorstellung eines Theaterstrukturpapiers durch die Beraterfirma Actori geplant. Für Eva-Maria Kröger, zugleich Fraktionsvorsitzende der Linken, kommt deshalb der heutige Beschlussvorschlag viel zu früh.

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