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Norddeutsche Neueste Nachrichten

13. Dezember 2017 | 23:37 Uhr

Hafen Rostock : Dem Nordwesten stinkt es

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rapsverarbeitendes Unternehmen erzeugt Abluft, die Groß Klein, Schmarl, Lichtenhagen und Co. zu schaffen macht. Eine Lösung des Problems ist erst 2016 in Sicht

svz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Ein bisschen beißend, säuerlich oder wie alte Kartoffeln – wie es genau riecht, da gehen die Meinungen auseinander. Klar ist: Dem Nordwesten stinkt es. Und das seit Anfang August. Der ständig präsente Geruch kommt von einem Werk, das Rapssaat zu Öl und Schrot verarbeitet. Die Abluft entsteht im veränderten Produktionsprozess – trotz angeblich gewarteter Abluftaggregate.

„Die Situation ist für die Anwohner im Nordwesten unerträglich“, sagt Hans-Joachim Schiwek aus Groß Klein. Einige klagen über Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen. Andere wie Schiwek fühlen sich einfach im Alltag eingeschränkt. Wie viele Male hat er das Rostocker Umweltamt kontaktiert. Das gab zwar den Bürgern zuliebe Auskunft, ist aber nicht zuständig. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg (Stalu) überwacht die Anlage. Amtsleiter Jean Weiß bestätigt, dass die Power Oil Rostock GmbH ein Verursacher ist, doch womöglich nicht alleiniger. Das werde noch ermittelt.

Mittlerweile haben die drei Geschäftsführer der GmbH eine Behördenmitteilung herausgegeben. Darin heißt es, dass Abluft aus der Trocknung und Erwärmung des Raps entstünde. „Wir setzen der Saat, dem Schrot und dem Öl keine giftigen, gesundheitsschädlichen oder umweltgefährlichen Substanzen zu.“ Den Geruch schiebt das Unternehmen auf die „außergewöhnliche Wetterlage“, den Ostwind seit Anfang August. Mit dem Stalu, das gerade Messungen auswertet, würden Emissionsminderungsmaßnahmen besprochen. Anträge zum Umbau hätte das Unternehmen bereits gestellt und würde im ersten Quartal 2016 beginnen wollen.

Das Stalu hat noch keine Mittel gegen den Betreiber ergriffen, weil er schon in enger Anstimmung mit dem Amt an der Beseitigung arbeite. „Sollte dies nicht zum Erfolg führen“, so Weiß, seien ordnungsrechtliche Maßnahmen denkbar. „Als Ultima Ratio käme auch eine Stilllegung der Anlage in Betracht.“ Schiwek dauert die Situation schon zu lange an: „Ich finde es katastrophal.“ Das Stalu könne nicht nur für die Wirtschaftsseite stehen, sondern müsse auch die Interessen der Anwohner bedenken. „Ich habe kein Verständnis, dass so etwas mehrere Wochen dauert.“

Auch Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) ist wenig begeistert vom Gestank. Die Stadt sei zwar nicht zuständig, aber in engem Kontakt mir der Industrie im Hafen, um Beeinträchtigungen der Bürger zu verringern. Beschwerden gingen aus Krummendorf, Peez, Toitenwinkel-Dorf, Schmarl-Dorf, Groß Klein-Dorf Groß Klein, Schmarl, Lichtenhagen, Toitenwinkel, Lütten Klein, Warnemünde und Diedrichshagen.  

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