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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 12:23 Uhr

Rostock : Decathlon: Stadt fordert Ausnahme

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Ausnahmegenehmigung soll die bislang gescheiterte Ansiedlung von Decathlon in Rostock nun doch noch ermöglichen.

von
erstellt am 05.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Eine Ausnahmegenehmigung soll die bislang gescheiterte Ansiedlung von Decathlon in Rostock nun doch noch ermöglichen. Der französische Sportartikelhändler versucht bereits seit 2009, sich in der Hansestadt niederzulassen. Das schon gekaufte Areal in Schutow verstößt als Standort aber gegen das Landesraumentwicklungsprogramm. In diesem heißt es: „Einzelhandelsgroßprojekte mit zentrenrelevanten Sortimenten sind nur an städtebaulich integrierten Standorten zulässig“ – also innenstadtnah.

Mit dem Beschluss der Bürgerschaft vom März, auf dem Werftdreieck Wohnungsbau zu entwickeln, „ist der einzige innerstädtische Standort für die Decathlon-Ansiedlung weggefallen“, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung für die Bürgerschaft. Damit sei der Weg für ein so genanntes Zielabweichungsverfahren frei. Weist dieses nach, dass die Attraktivität der Innenstadt durch das neue Angebot nicht gefährdet wird, fehlen nur noch ein B-Plan und das Okay der Bürgerschaft. Dann dürfte Decathlon loslegen.

„Unser Interesse war immer da“, sagt Unternehmenssprecher Ludger Niemann. Unter Vorbehalt der letztendlich genehmigten Fläche plant Decathlon zunächst mit einer rund 3000 Quadratmeter großen Filiale nördlich der B 105, westlich von Ikea. Perspektivisch könnte diese auf 4000 Quadratmeter vergrößert werden, die Mitarbeiterzahl von zunächst 40 auf bis zu 85 anwachsen, so Niemann. Rostock als Oberzentrum biete mit seinem großen Einzugsgebiet ideale Voraussetzungen dafür. Dass bestehende kleinere Sportartikelhändler in der Innenstadt durch Decathlon verdrängt werden könnten, hält Niemann für unwahrscheinlich. „Diese Hysterie ist völlig übertrieben. Eine Verdrängung ist an unseren anderen Standorten empirisch nicht nachweisbar“, sagt er. Das liege zum einen daran, dass fast ausschließlich selbst hergestellte Eigenmarken vertrieben würden. Zum anderen sei das Decathlon-Konzept eher technisch ausgerichtet, in der Innenstadt hingegen bilde in der Regel Mode den Verkaufsschwerpunkt.

Allein in Deutschland betreibt die weltweit tätige Kette 23 Filialen. Drei weitere sollen noch in diesem Jahr in Berlin und Leipzig eröffnet werden. „Wir planen, flächendeckend zu expandieren“, sagt Niemann. In Mecklenburg-Vorpommern wäre Rostock zunächst der einzige Standort. „Schwerin ist zur Zeit keine Alternative“, so Niemann. Das Unternehmen wolle sich möglichst innerhalb der Rostocker Stadtgrenzen ansiedeln. „Wir haben aber schon Alternativangebote vom Ostseepark Sievershagen und aus Bentwisch.“

Dass die Nachfrage vorhanden sei, könne das Unternehmen unter anderem an den Online-Bestellungen aus der Region ablesen. „Wir machen so heute schon signifikante Umsätze“, sagt Niemann. Zudem würden immer wieder Mails von Rostockern beim Unternehmen eingehen, die auf eine Ansiedlung drängten.

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