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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 09:42 Uhr

Rostock : Decathlon am Glatten Aal?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

City-Kreis und IHK machen sich für den Standort in der Innenstadt stark. Die Verwaltung setzt weiter auf die Ansiedlung in Schutow.

von
erstellt am 28.Mai.2015 | 07:45 Uhr

Decathlon in Schutow – das wollen City-Kreis und Industrie- und Handelskammer (IHK) verhindern. „Unsere große Sorge ist, dass Kaufkraft aus der Innenstadt abgezogen wird“, sagt City-Manager Peter Magdanz. Schon jetzt sei die Kundenzahl rückläufig. Peter Volkmann von der IHK: „Natürlich ist uns Decathlon willkommen, die Frage ist nur, an welchem Standort.“ Und da heiße die aktuelle Vorzugsvariante Glatter Aal. „Der jetzige Flächeneigentümer kann sich sehr gut vorstellen, Decathlon mit unterzubringen“, so Volkmann.

Auslöser der neuerlichen Debatte ist ein Vorstoß der Stadtverwaltung. Sie will bei der Landesregierung ein Zielabweichungsverfahren durchsetzen, an dessen Ende eine Ausnahmegenehmigung für die Ansiedlung in Schutow steht. Bisher verhindert dies das Landesraumentwicklungsprogramm, demzufolge Einzelhandelsgroßprojekte mit zentrenrelevanten Sortimenten nur in Innenstadtnähe zulässig sind. Das jedoch sei nach dem Beschluss der Bürgerschaft, das Werftdreieck als Wohnstandort zu entwickeln, nicht mehr möglich, so Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtplanung. Deshalb gelte nun: „Mit entsprechenden Begrenzungsauflagen ist es unser Ziel, Decathlon in Schutow anzusiedeln.“

Den Glatten Aal hatte eine Arbeitsgruppe unter Federführung der IHK noch 2011 als ungeeignet eingestuft, genau wie vier weitere Standorte. „Die Betonung liegt dabei auf 2011“, sagt Volkmann. Ein Jahr später habe der französische Sportartikelhändler seine Ansiedlungsstrategie geändert. Ob in Essen, Mannheim, Chemnitz oder Berlin – überall habe die Kette zuletzt innenstadtnahe Filialen eröffnet.

In Rostock allerdings hat sich Decathlon seit seiner ersten Interessensbekundung 2009 immer für den Standort Schutow ausgesprochen. Kurz vor der Stadtgrenze hat die Kette ein Grundstück gekauft, auf dem sie einen Laden mit zunächst 3000 Quadratmetern Fläche bauen will. „Wenn wir das Zielabweichungsverfahren jetzt nicht betreiben, wird Decathlon definitiv nicht länger warten“, sagt Frank Giesen (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses. „Wenige Meter weiter im Ostseepark steht die Halle eines ehemaligen Baumarkts leer.“ Dort gebe es keine Einschränkungen für Sortiment und Ladengröße und auch die Steuern würden nicht in die Rostocker Kasse fließen. „Andere Städte würden sich freuen, wenn sie so einen Investor hätten, wie wir mit dieser Firma umgehen, ist unverantwortlich“, so Giesen. Decathlon warte jetzt bereits seit sechs Jahren auf eine Entscheidung der Hansestadt.

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