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19. November 2017 | 13:35 Uhr

Debattieren, bis die Glocke klingelt

vom

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erstellt am 27.Feb.2012 | 09:39 Uhr

Warnemünde | Sollen die Schüler des Ecolea-Gymnasiums künftig ihre Lehrer duzen? In Schweden tun sie das, und es klappt gut. Anna Dudeck ist trotzdem dagegen. Heute gilt es für die Siebent klässlerin, ihre Position mit hieb- und stichfesten Argumenten zu unterlegen. Denn die Zwölfjährige tritt für das Warnemünder Gymnasium beim Regionalwettbewerb der Initiative "Jugend debattiert" an.

Mit Anna und ihren Mitschülern Robin Tiburtius sowie Jakob Hoffmann tauschen die besten Debattanten der Werkstatt- und der Borwinschule, vom Innerstädtischen und dem Käthe-Kollwitz-Gymnasium die Argumente. Heute stehen die Vorausscheide der Sekundarstufen I und II an. Morgen gilt es, die Finalrunden zu meistern und sich dadurch für den Landeswettbewerb am 20. März in Schwerin zu qualifizieren.

Die Warnemünder Schüler debattieren erstmals außerhalb ihres Gymnasiums. Schließlich lernen sie den Tausch der Argumente erst seit diesem Schuljahr auf Anregung der beiden Lehrerinnen Claudia Büttner und Rilana Redmann. "Wir haben das erst einmal als Pilotprojekt innerhalb der Begabtenförderung mit zehn Schülern gestartet und treffen uns einmal wöchentlich", sagt Redmann. Gestern Nachmittag kamen die Teilnehmer noch einmal kurz für letzte Absprachen zusammen.

Die Themen, über die sie debattieren müssen, haben alle Schüler etwa zehn Tage vor dem Wettbewerb erfahren. "Ob wir pro oder kontra sind, dürfen wir uns nicht aussuchen", sagt Jakob Hoffmann. Das Duzen zum Beispiel darf der Achtklässler nicht gut finden, muss Kontra-Argumente sammeln. Die fallen ihm entweder selbst ein, oder der 13-Jährige recherchiert im Internet. Statistiken seien ein gutes Mittel, wenn man für die Eröffnungsrede einen so genannten Ohrenöffner brauche.

Die drei Gymnasiasten aus Warnemünde debattieren im Wettbewerb nicht gemeinsam, sondern in Teams mit den Vertretern der anderen Schulen. Dabei gibt es zwei Vertreter der Pro-Seite und zwei, die dagegenhalten. "Pro 1 hält die Eröffnungsrede und legt die Maßnahme fest, zum Beispiel, ab welchem Schuljahr und von welchen Klassenstufen die Lehrer geduzt werden sollen", sagt Büttner. "Kontra 1 sowie Pro 2 und Kontra 2 haben dann ebenfalls je zwei Minuten für ihre Argumente Zeit." Direkt im Anschluss folgen zwölf Minuten freie Aussprache, bei der auch neue Argumente ins Feld geführt werden können. Und das ohne Hilfsmittel, denn Notizen sind nicht erlaubt. Jeder der vier Debattanten hat am Ende eine Minute Zeit für eine Schlussrede.

Die Bewertung übernimmt eine Jury, die zum größten Teil aus Schülern besteht. Aus der Warnemünder Debattier-Gruppe waren es zwei Vertreter, die gestern noch an einer vorbereitenden Jury-Sitzung teilnahmen und heute die Teilnehmer bewerten werden.

Die Lehrerinnen wollen die Erwartungen niedrig halten. "Erfahrung macht klug", sagt Büttner. Egal, wie es ausgeht, sehen sich Anna, Robin und Jakob schon als Gewinner. "Denn die Redegewandtheit, die man beim Debattieren lernt, die ist für das ganze Leben förderlich", nennt Robin das Pro-Argument für sein Hobby.

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