E-Werk Rostock-Südstadt : Das Zentrum der Kreativen

Das E-Werk bringt Start-ups zusammen. Mit seinem erfolgreichen Unternehmen Gusti-Leder, das im Barnstorfer Weg Taschen vertreibt, macht Christian Pietsch es vor. Seit 2009 ist er im Geschäft.  Fotos: Nicole Pätzold
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Das E-Werk bringt Start-ups zusammen. Mit seinem erfolgreichen Unternehmen Gusti-Leder, das im Barnstorfer Weg Taschen vertreibt, macht Christian Pietsch es vor. Seit 2009 ist er im Geschäft. Fotos: Nicole Pätzold

E-Werk in der Südstadt ist Arbeitsplatz für mehrere Start-up-Unternehmen

svz.de von
15. September 2015, 12:00 Uhr

Start-up-Unternehmen, also frisch gegründete, blühen auch in Rostock. „Aber irgendwie kocht jeder immer noch seinen eigenen Brei“, sagt der Gründer von Gusti-Leder, Christian Pietsch. Er hat angesetzt, das zu ändern. Mit dem E-Werk in der Erich-Schlesinger-Straße haben er und seine Kollegen ein Start-up-Zentrum hochgezogen, einen Arbeitsplatz für sich und andere geschaffen.

Einzel-, Großraumbüro, Werkstatt, Produktionshalle – irgendwie kommt in der 1000 Quadratmeter großen früheren Dieselmotoren-Halle alles zusammen. „Wir haben hier etwa 30 Arbeitsplätze“, sagt Pietsch – vorwiegend sind sie aus Paletten gebaut, dazwischen alte Möbel und neue Holzregale. Man erkennt Pietsch’ Handschrift, die eines früheren Möbelhändlers. Die meisten Arbeitsplätze sind besetzt von Gusti-Mitarbeitern, etwa 20 kümmern sich dort um alles, was mit Planung, Produktion und Vertrieb der Lederwaren zu tun hat.

Neben Gusti sind schon Videoredakteur Bert Scharffenberg und App-Entwickler Fahrradjäger eingezogen. „Wir hoffen, es werden bald noch mehr“, sagt Pietsch. Einige Gründer hat er schon angesprochen. Die Szene in Rostock ist nicht unbedingt klein: Die Nähmarie mit ihrem Upcycling oder Auguste 86 mit ihrem Fahrradzubehör sind dazu recht erfolgreich. Rostock habe es eigentlich nicht nötig, so viel nach Berlin zu schauen, findet Pietsch. „Wir haben noch sehr viel Potenzial und nutzen es nicht aus“, sagt Pietsch. Mit dem E–Werk soll die Vernetzung der Kreativen wachsen.

Christian Pietsch ist keiner, der lange über beflügelnde Arbeitsatmosphäre philosophiert. Er ist nämlich auch VWLer, Geschäftsmann. Seine Vorbilder sitzen nebenan: völlig anderes Konzept, scheinbar völlig andere Arbeit: Center Court, ein Online-Tennis-Shop inspiriert Pietsch. Sein Ziel für Gusti: Personalisieren seiner Taschen als neues Individualisieren. Wie Center Court will er seine Nische finden, Gustis Nische.

Und die Start-ups im E-Werk sollen sich eben auch inspirieren, lernen. Nachholbedarf habe Rostock beim Einbinden von Investoren. Pietsch ist viel in der Welt unterwegs. Woanders, für andere, sei es normal, als Start-up Investoren zu haben. Ein bisschen müsse man eben doch über Rostock hinaus schauen, nicht nach den Ideen der anderen, aber nach Taktik. Für die E-Werkler steht schon mal eine gute Arbeitsatmosphäre ganz oben.

In der Halle ist es total still, mittendrin ballen sich die Palettenplätze, alle arbeiten konzentriert. Kein Wunder: im Gemeinschaftsgarten und Aufenthaltsraum mit Kicker und Interieur im Vintage-Stil ist die Naherholung und so vielleicht der Schlüssel zur Motivation nahe. Es gibt drei Besprechungsräume, zwei mal die Woche Morgen-Yoga. Oben in der geräumigen Halle entstehen gerade temporäre Arbeitsplätze für Leute, die einfach mal einen Tag dort „schaffen“ wollen.

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