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Stadtplanung Rostock : Das Zentrum bekommt ein neues Gesicht

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach einer Beratungsrunde gestern fällt der Gestaltungsbeirat heute eine Entscheidung über seine Vorzugsvariante für die Nordkante des Neuen Markts

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erstellt am 26.Sep.2014 | 11:55 Uhr

Die Diskussion um die Neugestaltung der Nordkante des Neuen Marktes ist gestern in die nächste Runde gegangen. Die aus dem von der Hansestadt ausgelobten städtebaulichen Ideenwettbewerb hervorgegangenen drei besten Planungskonzepte wurden in einer überarbeiteten Fassung sowohl dem Planungs- und Gestaltungsbeirat als auch den Rostockern vorgestellt. Schon heute soll die Entscheidung fallen, welches der drei Konzepte für die künftige Umgestaltung des Areals wegweisend wird. „Das bedeutet nicht, dass gleich morgen die ersten Bagger anrollen. Wir befinden uns immer noch in einer städtebaulichen Ideenfindungsphase. Zur Realisierung der Ideen werden weitere Hochbau-Wettbewerbe ausgeschrieben“, sagt Ralph Müller, Chef des Amts für Stadtplanung.

Bereits Mitte November 2013 wurden drei Planungsentwürfe für eine mögliche Bebauung der Nordkante vorgestellt. Keine der Ideen entsprach jedoch zu 100 Prozent den Vorgaben der Stadt. „Wir haben uns dafür entschieden keinen ersten, zweiten oder dritten Platz zu vergeben, sondern die Preisträger gleichrangig zu bewerten. Die Wettbewerbsteilnehmer sollten ihre Konzepte kritisch überarbeiten“, erklärt Müller. Mehr als ein Dreivierteljahr hatten die Wettbewerbsteilnehmer nun Zeit, ihren Plänen einen neuen Schliff zu verleihen.

Im Raum standen die Konzepte von de+Architekten, von Smaq sowie von Hübotter und Sirken. Jedes der drei Planungsbüros hat vor der Entwurfsüberarbeitung ein Briefing bekommen, in dem Kritikpunkte der Jury angemerkt wurden. Dabei ging es unter anderem um die Nutzungsverteilung von Tiefgaragenplätzen oder kulturellen Flächen. Auch die Umsetzung von landschaftlicher Qualität, insbesondere im Bereich des Wendländer Schildes, ließ in den Ursprungsentwürfen laut Jury zu wünschen übrig. Ebenso sollten die Dachlandschaften eine neue Gestalt bekommen, indem sie zum Beispiel an bestehende Dachformen angepasst werden.

In der Planung mussten vier Baufelder berücksichtigt werden: Die Nordkante des Neuen Marktes, ein neuer Rathausanbau, sowie zwei Wohn- und Geschäftshäuser, deren Nutzung variabel ist. Darüber hinaus sollen mehrere Hundert neue Parkplätze durch den Bau von Tiefgaragen geschaffen werden. Auch Fahrradstellplätze mussten die Planer berücksichtigen.

„Obwohl sich die Entwürfe auch nach ihrer Überarbeitung auf den ersten Blick in ihrem städtebaulichen Grundriss stark ähneln, sind die Arbeiten – jede einzelne für sich – tiefer und präziser geworden“, resümiert Klaus Petersen, Vorsitzender des Planungs- und Gestaltungsbeirates. „In den Entwurfdetails sind große Unterschiede wahrnehmbar. Es hat sich gelohnt, mit dem Wettbewerb in eine dritte Phase zu gehen. Die Planer haben unsere Vorgaben gut umgesetzt“, ergänzt er. Bis heute will der Gestaltungsbeirat eine Empfehlung aussprechen, welcher der Entwürfe sich am Besten in das Stadtbild einfüge.

Dass die Entscheidung schwer fallen könnte, hat auch das gestrige Bürgerforum gezeigt. Denn auch die Rostocker waren in Sachen Umgestaltung der Nordkante uneins: Während sich die einen eine freie Sichtachse auf die Marienkirche wünschen, fordern die anderen eine Giebelbebauung der Nordkante. „Auf einer Ansicht von 1938 lässt sich erkennen, dass die Giebelhäuser mit der Marienkirche ein Ensemble bildeten. Die Kirche wirkt erst durch die Giebelhäuser“, findet Georg Zoller. Der Wahl-Rostocker hat sich in der Vergangenheit intensiv mit der Geschichte des Platzes auseinandergesetzt. „Der Neue Markt ist einer der schönsten Plätze Norddeutschlands. Bedauerlicherweise ist das vielen gar nicht bewusst. Ich bin daher für das Fünf-Giebel-Haus-Konzept von den Planern von Smaq“, so Zoller.

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Auch Christian Möllenkamp ist der Ansicht, dass eine freistehende Marienkirche keine ideale Lösung ist: „Dieses Juwel muss umschlossen werden.“ Dahingegen wünscht sich Helmut Aude eine freie Sichtachse auf den Chor des gotischen Bauwerks: „Eine Kombination aus den Entwürfen der de+Architekten und von Hübotter und Sirken würde meinen Vorstellungen gerecht werden.“

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