Rostock : Das Wirtschaftsimperium

Die Stadtwerke-Millionen...
1 von 3
Die Stadtwerke-Millionen...

Die Hansestadt stellt über Tochterunternehmen und Beteiligungen den eigenen Einfluss und ein funktionierendes Gemeinwesen sicher.

von
08. April 2015, 12:00 Uhr

Nahverkehr, Strom, Wohnungen oder Unterhaltung – ohne die kommunalen Unternehmen geht in Rostock nichts. Die Hansestadt verfügt über ein Wirtschaftsimperium, das vom Südstadt-Klinikum bis zur Großmarkt GmbH und von der Messe- und Stadthallengesellschaft bis zur Hafen-Entwicklungsgesellschaft reicht.

„Der Rostocker ,Konzern Stadtverwaltung’ mit seinen elf kommunalen Unternehmen, 24 Beteiligungen und drei Eigenbetrieben sorgt für das Funktionieren unseres Gemeinwesens und sichert die kommunale Daseinsvorsorge“, schreibt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) im Beteiligungsbericht für 2013. Zugpferde sind vor allem die Wiro und die Stadtwerke – sie spülen mit Abstand die meisten Millionen in die Kassen.

Allein die Wiro schüttete im vergangenen Jahr 14 Millionen Euro an die Stadt aus, 2015 und 2016 sollen jeweils noch einmal 14 Millionen folgen. Zugleich konnte das kommunale Wohnungsunternehmen den eigenen Schuldenberg weiter reduzieren. Seine Verbindlichkeiten aus fast 1500 abgeschlossenen Darlehensverträgen liegen allerdings noch immer bei fast einer Milliarde Euro. Gläubiger sind der Bund, das Land sowie 20 weitere Geldgeber.

Die Stadtwerke erwirtschafteten 2013 einen Gewinn in Höhe von 19,7 Millionen Euro. 14,1 Millionen davon hat die Aktiengesellschaft an die übergeordnete Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH (RVV) abgeführt. Diese glich mit dem Geld unter anderem rund 9,9 Millionen Euro Verlust der Straßenbahn AG aus. Außerdem fließen die Stadtwerke-Millionen in den defizitären Flughafen Rostock-Laage. Als Mehrheitsgesellschafter neben dem Landkreis und der Stadt Laage plant die RVV mit rund einer Million Euro pro Jahr, die sie anteilig für den Airport aufbringen muss. Im laufenden Jahr rechnen die Stadtwerke mit 11,8 Millionen Euro, die sie an die RVV überweisen. Neben Wiro und Stadtwerken gehören auch das Klinikum Süd mit rund 2,2 Millionen Euro in 2013, die Hafen-Entwicklungsgesellschaft mit erwarteten einer bis drei Millionen Euro in diesem Jahr, die Stadtentsorgung mit 800 000 Euro, die Fracht- und Fischereihafen GmbH mit bis zu 671 000 Euro und der Großmarkt mit rund 153 000 Euro in 2013 zu den gewinnbringenden Unternehmen. Ab Juli 2018 soll die Nordwasser GmbH diesen Kreis noch zugunsten der Stadtkasse erweitern. Viele dieser Firmen tragen allerdings nicht zur Sanierung des städtischen Haushalts bei, sondern können den Gewinn in die eigenen Geschäfte reinvestieren.

Auf Zuschüsse angewiesen sind 2015 die Straßenbahn AG mit 12,2 Millionen Euro, der Flughafen mit 1,8, der Zoo mit 3,6, die IGA mit 2,1 und das Volkstheater mit insgesamt 16,7 Millionen Euro von Land und Stadt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen