Theaterneubau in Rostock : Das wird aus dem Bussebart

Die Planung der RGS sieht Platz für Theater und Markt vor.
Die Planung der RGS sieht Platz für Theater und Markt vor.

Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau legt Planung für den Platz auf dem Bussebart vor.

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03. April 2018, 05:00 Uhr

Seit Jahren reiben sich Verwaltung, Kulturszene und Stadtpolitiker am Thema auf: dem Theaterneubau. Nun – nach der Standortentscheidung der Bürgerschaft – hat die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) ein Quartierblatt vorgelegt, wie der Platz auf dem Bussebart zu gestalten ist, sodass dort ein Theater und der Weihnachtsmarkt Platz finden. Das Theater soll – so die Vorzugsvariante – auf einer Fläche von perspektivisch 5000 Quadratmetern entstehen. Für den Weihnachtsmarkt bleiben 9000 Quadratmeter. „Wir legen ein Quartierblatt vor, dass aus unserer Sicht keine Konflikte enthält“, so RGS-Chefin Sigrid Hecht.

Das sagt das Theater

Für ihn sei entscheidend, dass laut der RGS Theater und Marktnutzung vereinbar seien, sagt Volkstheater-Chef Joachim Kümmritz. „Erst ins Weihnachtsmärchen und dann geht es auf den Rummel“, bringt es Kümmritz auf den Punkt – das funktioniere doch. Die Experten, die die RGS zu Rate gezogen habe, hätten bestätigt, dass die Funktionen, die sie im Theater unterbringen wollen, auch auf der anvisierten Vorzugsvariante der RGS möglich wären.

Das sagt der Großmarkt

„Freiluftveranstaltungen und Kultur sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden“, sagt Großmarkt-Chefin Inga Knospe. Da werde sich nichts „gegenseitig wegrationalisieren“. Aktuell hat der Weihnachtsmarkt 7500 Quadratmeter Fläche, 8000 hatte er bei der RGS als Bedarf angemeldet, mit der Option auf 9000 Quadratmeter zu wachsen. Perspektivisch würden die Nordkante und der Stadthafen bebaut. „Der Wochenmarkt braucht Ausgleichsfläche, die bisher nirgendwo berücksichtigt worden war“, so Knospe. Außerdem stünden auch die Einschränkungen der Weihnachtsmarktfläche in der Langen Straße noch zur Debatte.

Das sagt der Ortsbeirat

„Das Quartierblatt ist nicht wie ein B-Plan denkbar, gibt aber die Rahmenbedingungen vor für den Hochbauwettbewerb“, argumentiert Stadtmittes Ortsbeiratsvorsitzender Andreas Herzog (SPD). Die Folgen hat der Beirat in seiner März-Sitzung debattiert. Er fürchtet, dass Architekten sich an die von der RGS bevorzugte Grundfläche von 5000 Quadratmetern halten werden und dass das zu Ungunsten des Theaterneubaus ausgeht. „Wenn wir an dieser Stelle, am Bussebart, ein Theater bauen, dann soll das ein repräsentatives Gebäude sein“, so Herzog. Das Quartierblatt solle dahingehend geändert werden, dass ein Hochbauwettbewerb flexible Vorgaben hinsichtlich der Grundfläche des Theaters von 5000 bis 7000 Quadratmetern ermöglichen kann – so der eingebrachte Änderungsantrag.

Das sagt der Ausschuss

Weihnachtsmarkt und Theater – „ich habe immer gesagt, dass das zusammengeht“, sagt Karina Jens (CDU) vom Stadtplanungsausschuss. Auch in die Höhe zu gehen mit einem Theaterneubau mache stadtarchitektonisch Sinn – in Anbetracht der Nachbarschaft zum Haus der Schifffahrt und dem Radisson-Hotel. „Ich bin sehr froh, dass das alles so ideal ausgegangen ist“, kommentiert Ingrid Bacher von der SPD. Aber auch ihr sei wichtig, dass die 5000 Quadratmeter Grundfläche kein Dogma sind. Der Ausschuss votierte für das Quartierblatt.

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