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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. Oktober 2017 | 08:05 Uhr

Warnemünde : Das Stellwerk muss weichen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zwischen 2018 und 2020 will die DB Netze den Bahnhof des Seebads von Grund auf erneuern / Infoveranstaltung im Dezember

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Die Deutsche Bahn will zwischen 2018 bis 2020 mit dem Umbau des Warnemünder Bahnhofs ein Mammutvorhaben schultern. Das betrifft die bauliche, finanzielle und zeitliche Dimension der Maßnahme. Darüber informierten am Dienstag im Ortsbeirat Gabriele Einnatz von DB Netze und Planungsingenieur Frank von Oppenkowski. Sie kündigten gleichzeitig für den Dezember eine öffentliche Sitzung in Warnemünde an, bei der die Bewohner über Einzelheiten der Entwurfsplanung informiert werden.

Bei dem Warnemünder Vorhaben geht es auch um die Ertüchtigung des Gleisbetts, die Errichtung von zwei Fernbahnsteigen, die Erneuerung von 13 Weichen und 3000 Meter Gleisen sowie die Verlängerung des Stromdurchlasses um zehn Meter. Das verkürzt gleichzeitig das Südende vom Alten Strom.

Im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben am Warnemünder Bahnhof will die Bahn gleichzeitig den „bösartigen Tunnel“ entfernen lassen, wie Einnatz den oft kritisierten Durchgang nannte. In dem Zusammenhang meldete sich ein Besucher zu Wort. Er regte an, diesen Tunnel unter Denkmalschutz zu stellen und in musealem Sinn zu nutzen. Das stieß auf wenig Gegenliebe bei den Planern und Warnemündern. Als Ersatz für den Tunnel soll es einen ebenerdigen Gehweg zum Fähranleger geben. Für die Zwischenlagerung des gesamten Baumaterials wird eine Fläche im Umfeld mit einer Größe von drei Hektar angemietet.

Die zwei neuen Fernbahnsteige werden 370 Meter lang. Weiterhin vorgesehen ist ein Umsatzgleis. Da das ganze Bauvorhaben ein wenig in Richtung Süden ausgeweitet wird, wird auch das jetzige Stellwerk weichen müssen. Dafür wird in kleinerer Dimension in der Nähe vom Haltepunkt Werft Ersatz geschaffen.

Im Vorfeld der Baumaßnahme wird ein Lärmgutachten erstellt. Denn die Dimension hat es in sich. Das betrifft die Rammarbeiten und anderes. „Aufgrund der Ausdehnung der Maßnahme ist es nicht möglich, bauliche Schutzmaßnahmen zu errichten“, so von Oppenkowski. Daher muss geprüft werden, ob es hier und da Hotelübernachtungen für betroffene Anwohner geben wird. Denn um den Reiseverkehr aufrecht zu erhalten, ist es nicht ausgeschlossen, dass häufig nachts gearbeitet werden muss.

Auch der Kreuzfahrttourismus erfordert sensibles Vorgehen: Daher muss der Bau konzentriert vorgenommen werden, das geschieht in der Zeit zwischen September und April. Der Reisezugverkehr soll bis Warnemünde Werft aufrecht erhalten werden. „Wir werden es als Ortsbeirat nicht hinnehmen, dass die Nutzer der Fähre knapp 1000 Meter bis zum Haltepunkt Werft oder 800 bis zum Kirchenplatz laufen müssen, wie es jetzt bei der anderen Baustelle der Fall ist, das muss besser gelöst werden“, sagt Ortsbeiratsvorsitzender Alexander Prechtel (CDU). Das fordert auch der Beirat Hohe Düne.

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