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Traditionsimmobilie : Das Peter-Weiss-Haus will anders sein

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vor fünf Jahren übernahm der neue Eigentümer das denkmalgeschützte Gebäude – seitdem hat sich viel getan, neue Ideen beleben das Projekt

Das Peter-Weiss-Haus feiert sein fünfjähriges Bestehen. Viel ist passiert, seitdem der Verein das Gebäude in der Doberaner Straße gekauft hat. Schritt für Schritt wird das Denkmal wieder auf Vordermann gebracht. Das Haus ist zu einem lebendigen Treff für Menschen aus dem Stadtteil und zu einem überregionalen Anziehungspunkt geworden. Dabei sind die vergangenen fünf Jahre nur ein kleiner Abschnitt in der bewegten Geschichte des Gebäudes. Nicht umsonst wird in diesem Jahr das 150-jährige Bestehen des Hauses gefeiert. 1864 als Ausflugsgaststätte Steinbecks Keller eröffnet, trug es in den vergangenen Jahrzehnten viele Namen: Mahn und Ohlerichs Keller, Maxim-Gorki-Haus, Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft oder Hanse-Club. Ein Buch soll die einzelnen Etappen beleuchten. Der Text ist fertig. Nun sucht das Peter-Weiss-Haus nach Spendern, die das Projekt unterstützen. „Wir haben bereits Unternehmen dafür gewonnen, würden uns aber auch sehr über Privatspenden freuen. Jeder Betrag hilft“, sagt Frank Aßmann vom Vorstand des Peter-Weiss-Haus-Vereins. Bis zum großen Jubiläum im Juni soll das Projekt realisiert sein.

Das Peter-Weiss-Haus lebt vom großen Engagement der Beteiligten. So werden die Baumaßnahmen zu einem großen Teil durch ehrenamtliche Arbeit unterstützt, beispielsweise durch die Jugendbauhütte Stralsund-Stettin. Auch das Finanzierungsmodell greift diesen Gedanken auf. So hat der Trägerverein das Modell der Leih- und Schenk-Gemeinschaft für sich entdeckt. „Dabei verpflichten sich die Teilnehmer, über einen Zeitraum von drei bis fünf Jahre monatlich einen Betrag von 8 bis 50 Euro für das Projekt zu spenden“, erklärt Stefan Nadolny vom Verein Soziale Bildung und ebenfalls Mitglied im Vorstand des Peter-Weiss-Haus-Vereins. Die Bank schüttet den zu erwartenden Betrag dann vorzeitig aus, sodass die nötigen Projekte angegangen werden können.

Die nächsten großen Veränderungen wird es demnächst geben. So soll in Kürze das Café Marat eröffnet werden. Außerdem wird der Möckelsaal wieder für Veranstaltungen hergerichtet, sodass er in Verbindung mit dem Café ein Anlaufpunkt für Familien, aber auch Lesungen sein wird. Darüber hinaus sind die Büroräume des Literaturhauses in der ehemaligen Teestube bezugsfertig. Die Mitarbeiter richten sich hier bereits ein. An der hölzernen Treppe müssen noch brandschutztechnische Auflagen erfüllt werden. Die freiwilligen Helfer arbeiten auf Hochtouren daran.

„Als wir vor fünf Jahren anfingen, haben wir gedacht, dass alles viel schneller und einfacher gehen würde“, sagt Frank Aßmann, der beim Verein für den Bereich Bau zuständig ist. Die begrenzten Mittel und die Baugenehmigungen, die erst Ende 2012 und 2013 kamen, brachten unvorhergesehene Verzögerungen mit sich. „Was den Zulauf anbelangt, kann das Peter-Weiss-Haus aber als ein sehr erfolgreiches Projekt bezeichnet werden“, fügt er hinzu. Rund 700 Veranstaltungen finden jährlich in dem Gebäude statt. Als Mieter haben sich das Literaturhaus, die Subraum-Genossenschaft, die Buchhandlung Sequential Art, Soziale Bildung und der Landesverband des Bundes Deutscher Pfadfinder unter dem Dach des geschichtsträchtigen Hauses zusammengefunden. Eine bunte Mischung: „So wie unsere Zielgruppe. Wir erreichen die KTV in ihrem ganzen Querschnitt“, sagt Stefan Nadolny. So soll das Peter-Weiss-Haus natürlich auch einer der Standorte für das geplante KTV-Fest am 14. Juni sein. Ein Haus für die Gemeinschaft, eine Ermöglichungsstruktur, so nennen die Organisatoren ihr Projekt. Und immer wieder will das Peter-Weiss-Haus auch Denkanstöße geben, zum Meinungsaustausch anregen. So beispielsweise, als es im Freigarten ein Public-Viewing zur Fußball-WM gab, bei dem Fahnen und Ähnliches nicht erlaubt waren. Wer mit aufgemalten Deutschlandfarben kam, wurde trotzdem nicht weggeschickt. Aber es sollte ein Statement sein. „Das Peter-Weiss-Haus will anders sein und damit ausstrahlen“, sagt Stefan Nadolny. Heute und morgen sind alle eingeladen, das kleine Jubiläum mitzufeiern.

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erstellt am 31.Jan.2014 | 06:00 Uhr

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