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20. November 2017 | 13:10 Uhr

Das Mahnen soll weitergehen

vom

svz.de von
erstellt am 10.Jul.2013 | 09:14 Uhr

Stadtmitte | Die Dokumentations- und Gedenkstätte in der ehemaligen U-Haft der Stasi ist mehr als nur ein Ort des Erinnerns, er ist auch Ort des Mahnens und verdeutlicht den Besuchern, welchen hohen Wert Freiheit hat. Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) besuchte gestern die aktuelle Exposition "17. Juni 1953. Ausstellung zu den Ereignissen in Mecklenburg und Vorpommern" in der Gedenkstätte und sagte: "Der 17. Juni war in Westdeutschland mehr als 30 Jahre der Tag der Einheit. Heute darf dieser Tag aber nicht in Vergessenheit geraten, sondern muss auch künftig zur Mahnung genutzt werden." Sie schlägt darum vor, den 17. Juni zum "Tag der Meinungsfreiheit" zu ernennen.

Dr. Volker Höffer, Leiter der Außenstelle Rostock und Waldeck der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen, pflichtet ihr bei, denn gerade die Selbstverständlichkeit der Meinungsfreiheit könne gefährlich werden.

Förderzusage des Landes im Herbst erwartet

Vor 60 Jahren sind die Menschen in der ehemaligen DDR auf die Straße gegangen und der 17. Juni 1953 ging als Volksaufstand in die Geschichte ein. In der ehemaligen Stasi-U-Haft werden die Ereignisse so aufgearbeitet, dass sie die Besucher bewegen. Am Rande der Ausstellung sind die ehemaligen Gefängniszellen aufgeschlossen und begehbar. Bis 1989 durchlebten dort etwa 4900 Untersuchungshäftlinge leidvolle Wochen und Monate.

Um diesen Teil der Geschichte am Leben zu erhalten und für alle zugänglich zu machen, sind für die kommenden Jahre Fördermittel nötig. Während der Bund bereits Zahlungen von 1,8 Millionen Euro bewilligt hat, steht die Förderzusage in gleicher Höhe vom Land noch aus. "Momentan sind die Wirtschaftspläne noch in der Erarbeitung. Es wäre schön, wenn der Förderbescheid des Landes noch vor den Bundestagswahlen kommt", so Höffer. Er äußert aber gleichzeitig seine Bedenken, ob das wirklich klappt.

Während die finanzielle Zukunft noch unsicher ist, sind die thematischen Ziele für die Gedenkstätte klar definiert. "Wir wollen an unserem Standort künftig regionale Schwerpunkte setzen. So soll es unter anderem um die politische Verfolgung im Schifffahrtsbereich gehen", sagt Höffer. Darüber hinaus gebe es noch Forschungsbedarf im Bereich der Westarbeit. Die Stasi in Rostock sei damals vor allem im Raum Hamburg, Schleswig-Holstein sowie Skandinavien aktiv gewesen. "Die Gedenkstätte muss sich auf jeden Fall weiterentwickeln", sagt Höffer.

Anträge auf Entschädigung erreichen Ministerium weiterhin

Die Justizministerin des Landes sieht das ebenfalls so: "Ich kann zwar keinen Fördermittelbescheid übergeben, aber ich unterstütze die Finanzierung." Kuder ist auch für die Rentenansprüche von SED-Opfern zuständig. "Noch immer erreichen uns jedes Jahr neue Anträge auf Entschädigung", so Kuder. Das Thema sei damit immer noch präsent. Auch Höffer bekommt immer noch eine Vielzahl von Anträgen zur Akteneinsicht. Sollte die Behörde des BSTU wie derzeit geplant 2019 aufgelöst werden, wäre auch unklar, was mit den Akten passiert.

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