EU-Studie : Das macht Rostock lebenswert

Nirgendwo in Europa sind die Menschen so zufrieden mit der Luftqualität wie in Rostock.
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Nirgendwo in Europa sind die Menschen so zufrieden mit der Luftqualität wie in Rostock.

Hansestadt liegt bei gefühlter Qualität im oberen Drittel - es hapert noch bei Kultur und Sport

svz.de von
03. Juli 2014, 06:00 Uhr

Sport, Kultur, Wirtschaft, Umwelt – an vielen Schrauben in der Stadt wird gedreht, um sie attraktiver zu machen. Ob der Einsatz bei den Bürgern auch ankommt, dem ist nun eine Studie der Europäischen Union nachgegangen. Sie hat Rostockern und den Bewohnern anderer Städte in Sachen Zufriedenheit auf den Zahn gefühlt. Je bis zu 1000 Bürger wurden telefonisch befragt. Die Ergebnisse aus den 29 Fragen hat die kommunale Statistikstelle für Rostock aufbereitet und eine Studie mit zwanzig deutschen Städten hinzugezogen. Im europäischen Vergleich mit 82 Städten landet Rostock im oberen Drittel.

Aber was ist es, das Rostock lebenswert macht? – Die gute Luft, zumindest gefühlt. 95 Prozent der Rostocker gaben an, mit der Luftqualität mindestens zufrieden zu sein. 55 Prozent sagten sogar, dass sie sehr zufrieden sind. Das ist deutscher Rekord in der Befragung und sogar ein europäischer. Nirgends sind die Menschen mit der Luftqualität so zufrieden wie in Rostock. Damit lässt die Hansestadt Städte wie New Castle oder Cardiff hinter sich, Städte wie Amsterdam, Verona und Stockholm sogar weit. „Der Vorteil dieser Studie ist auch, zu sehen, wie im Vergleich zu Rostock die Situation in anderen Ländern eingeschätzt wird“, sagt Petra Schilling, die stellvertretende Leiterin der Statistikstelle. Zusammen mit der Projektchefin Petra Guljam und ihren Kollegen hat sie die riesigen Datenmengen seit Anfang des Jahres aufbereitet, analysiert und komprimiert in der Broschüre „Lebensqualität aus Bürgersicht“ zusammengetragen. Darin zeigt sich, dass Rostock auch mit dem Nahverkehr bei seinen Bürgern punkten kann. 90 Prozent der befragten Rostocker gaben an, zufrieden zu sein. Das befördert Rostock auf Platz zwei im europäischen Vergleich – nach Zürich. Mit der Menge der Einzelhandelsgeschäfte und der Gesundheitsversorgung sind jeweils 86 Prozent mindestens zufrieden.

Die Ergebnisse sind sehr gut, befindet Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), „aber es gibt noch viel zu tun“. Das zeigt auch die Studie. Sportanlagen werden von 27 Prozent kritisch gesehen. Und das, obwohl der Stadtsportbund positive Zeichen gibt, sagt Methling. Bei der Zufriedenheit mit kulturellen Einrichtungen ist Rostock auf dem letzten deutschen Platz. 39 Prozent waren mindestens eher unzufrieden damit. Mögliche Erklärung: Als die Bürger 2012 befragt wurden, hatte das Theater schon im Zelt überbrücken müssen. Weitere Mankos sind Sauberkeit (30 Prozent) sowie die Situation auf Wohn- (67) und Arbeitsmarkt (62). „Die Studie kann eine gute Arbeitsgrundlage sein. Es ist entscheidend, was die Ämter daraus ziehen“, sagt Schilling. Das wohl positivste Zeichen: 96 Prozent der Befragten sind zufrieden, in Rostock zu wohnen.

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