Rathaus : Das ist der neue Senator

Als gewählter Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung will Chris Müller die Ortsbeiräte und die kommunale Selbstverwaltung stärken.
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Als gewählter Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung will Chris Müller die Ortsbeiräte und die kommunale Selbstverwaltung stärken.

Knappe Mehrheit wählt SPD-Kandidat Chris Müller

svz.de von
04. Dezember 2013, 22:02 Uhr

Chris Müller ist Rostocks neuer Finanzsenator – unter Vorbehalt. Zwar hat eine knappe Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen den 45-Jährigen gestern gewählt, aber schon bei seiner Gratulation erklärte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), er habe noch einige Bedenken bezüglich des Wahl-Ablaufs. Die SPD hatte Chris Müller erst nach Ende des vereinbarten Ausschreibungsverfahren aufgestellt. Das hatte den heftigen Protest mehrerer Fraktionen hervorgerufen. Der OB erwägt daher, einen Widerspruch einzulegen.

Der Wahlsieger nimmt das gelassen: „Es gab ja eine Stellungnahme des Innenministeriums, dass meine Nominierung rechtmäßig war.“ Vor allem sei er froh, sich schon im ersten Wahlgang gegen seine beiden Mitbewerber Antje Faaß und Volker Bargfrede durchgesetzt zu haben. „Ich bin sehr motiviert, in der größten Stadt und der Wirtschaftsmetropole des Landes etwas zu gestalten“, sagt der gebürtige Thüringer, der schon seit 1988 in Rostock lebt: „Ich liebe diese Stadt.“ Mit seinem Arbeitgeber, dem Betrieb für Bau und Liegenschaften MV, habe er sich auf den 1. Februar als frühestmöglichen Beginn als Senator geeinigt.

„Als erstes möchte ich alle Ortsbeiräte besuchen“, sagt Chris Müller. Sie und damit die kommunale Selbstverwaltung zu stärken sei ihm ein wichtiges Anliegen: „Man sollte am besten dort Entscheidungen treffen, wo es nah am Bürger ist.“ Außerdem liege ihm die Haushaltskonsolidierung am Herzen. Allerdings müsse bei den Einsparbemühungen und dem Schuldenabbau moderat vorgegangen werden – „ohne dabei die sozialen Verpflichtungen zu vernachlässigen“. Darüber hinaus will Chris Müller die Verwaltung optimieren. „Wir müssen alle Leistungen auf ihre größtmögliche Effizienz hin überprüfen.“

Generell fühle der zweifache Familienvater sich bestens geeignet für den Posten. Seine berufliche Karriere startete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promovend im Studiengang Öffentliches Recht an der Uni Rostock. Später arbeitete er als stellvertretender Leiter des Finanzamts Bergen sowie im Finanzministerium. Mittlerweile ist er Beamter auf Lebenszeit. Dennoch muss das Innenministerium seine Befähigung noch einmal bestätigen, bevor Chris Müller dann offiziell in sein Amt eingeführt werden kann. Der Termin dafür steht noch nicht fest und könnte im Falle eines Oberbürgermeister-Widerspruchs um mehrere Monate verzögert werden.

Das Stadtoberhaupt hat nun zwei Wochen Zeit, um zu reagieren. Sollte die Bürgerschaft die Wahl anschließend noch einmal bestätigen, bliebe ihm eine Beanstandung. Bleibt die Bürgerschaft dann weiter bei ihrem Beschluss, würde der Fall vor Gericht entschieden. Hauptamtschefin Karin Helke führt den Senatsbereich bis zur offiziellen Ernennung kommissarisch weiter.

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