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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 18:58 Uhr

Das ist das neue Gesicht der Kripo

vom

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erstellt am 02.Okt.2012 | 12:01 Uhr

Rostock | Raub, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Diebstahl - als neuer Chef des Kriminalkommissariats Rostock wird Achim Segebarth alle Hände voll zu tun bekommen. Gestern wurde er offiziell in sein Amt eingeführt und steht nun 130 Ermittlern vor. "Mir geht es nicht darum, die Täter einfach nur zu überführen, sondern auch zu verhindern, dass sie es noch mal machen", sagt der 38-Jährige. Dazu will er kriminalpolizeilichen Sachverstand mit schutzpolizeilichem Denken verbinden.

"Rostock weist als einzige wirkliche Großstadt in MV eine andere Kriminalität auf - Raub auf offener Straße kommt in anderen Regionen beispielsweise deutlich seltener vor", sagt Segebarth. Auch die politische Szene sei in der Hansestadt deutlich ausgeprägter, drehe sich nicht ausschließlich um Rechtsextremismus wie es häufig auf dem Land der Fall sei. Generell sei die Arbeit anspruchsvoll: "Kaninchen werden hier keine geklaut."

31 300 Straftaten in anderthalb Jahren

Seine Vorgängerin, Sibylle Hofmann, kann das nur bestätigen: "Die Stadt Rostock hat ihren eigenen Rhythmus - die Einsatzlage nimmt keine Rücksicht auf hohe Arbeitsbelastung oder Umstrukturierungen." Allein in ihrer rund anderthalbjährigen Dienstzeit seit dem 1. März 2011 liefen mehr als 31 300 Straftaten im Kriminalkommissariat auf. Hinzu kamen rund 1500 Ersuchen von Kollegen anderer Dienststellen und etwa 3500 Verkehrsunfälle mit Personen- oder hohem Sachschaden. "Die Einsatzbelastung sucht ihresgleichen in MV", so Hofmann. Zumal ihre Mitarbeiter innerhalb der Polizeireform auch noch von der Ulmen- in die Blücherstraße umgezogen sind. Und auch bei Großereignissen wie etwa den Partien von Fußball-Drittligist Hansa Rostock werden sie angefordert.

Generell hat sich durch die im vergangenen Jahr begonnene Reform das Aufgabenspektrum deutlich erweitert. So ist das Kriminalkommissariat heute beispielsweise auch für die Bereiche Branddelikte, Fahndung, Bandenkriminalität oder auch besonders herausragende Sexualstraftaten zuständig. Gerade vor diesem Hintergrund sei Hofmann stolz auf die im vergangenen Jahr erzielte Aufklärungsquote von knapp 58 Prozent in der Hansestadt. Die bisherige Chefin des Kriminalkommissariats geht zunächst in Mutterschutz. Nach ihrer Rückkehr wechselt sie zur Polizeischule nach Güstrow, wo die Volljuristin den Bereich Recht leiten wird.

"Es ist wichtig, dass dort praxisnah und geprägt von polizeilicher Erfahrung ausgebildet wird", sagt Rostocks Polizeipräsident Thomas Laum. In Achim Segebarth sehe er den geeigneten Nachfolger: "Ich weiß ihn sehr zu schätzen." Genau wie Hofmann gehe Segebarth seine Aufgabe stets mit viel Freude und Engagement an und könne dies auch auf seine Mitarbeiter übertragen. "Und er sucht den konstruktiven und kritischen Dialog", so Laum.

"Ich verlasse mich auf eine gute Mannschaft"

Der Neue kündigte denn auch gleich an, "viele Fragen zu stellen, aber auch gut zuzuhören". Am Anfang seiner ersten Tätigkeit in der Kriminalpolizei fühle er sich wie Christoph Kolumbus kurz vor der Abfahrt auf der Suche nach einem neuen Seeweg nach Indien. "Ich verlasse mich auf eine gute Mannschaft", so der Polizeioberrat.

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