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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. September 2017 | 13:40 Uhr

Interview : „Das Happy End gehört dazu“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der einstige „Traumschiff“-Kapitän Siegfried Rauch erklärt das Geheimnis der Kultserie und hält eine Lesung im Hotel Neptun

svz.de von
erstellt am 07.Mai.2014 | 09:00 Uhr

Der langjährige ZDF-Traumschiff-Kapitän Siegfried Rauch besucht das Hotel Neptun. Sonnabend liest er aus seinem Buch „Käpt’ns Dinner“, Sonntag ist er Hafenkonzert-Gast. NNN-Reporterin Maria Pistor sprach mit ihm.

Was hat Sie bewogen, das Buch zu schreiben?

Rauch: Ich kann so erzählen, was ich alles erlebt habe. Bei der Filmerei und in meinem Leben. Dann gibt es noch Kochrezepte, die ich aus der Welt mitgebracht und ausprobiert habe.

In wie vielen Ländern waren Sie als „Traumschiff“-Kapitän?

Das kann ich nicht sagen. Es sind so viele, dass ich siebenmal die Welt umrundet habe. Achtmal war ich in Südafrika, mehrmals in Australien, viermal auf Samoa, zweimal um Kap Hoorn. Besonders war ein Dreh in Bootswana in einem riesigen Tierreservat, da glich die Fahrt einer Safari.

„Traumschiff“-Folgen enden meistens mit Happy End. Hätten Sie sich das mal anders gewünscht?

Nein. Damit bin ich völlig einverstanden. Das ist ja eine Sendung, die einfach nur schön ist. Dazu gehört ein Happy End wie bei einem modernen Märchen. Es gibt so viele hässliche Dinge und unzählige Krimis mit Mord und Totschlag, da sollte es etwas geben, das nur schön ist.

Schauspieler ist kein familienfreundlicher Beruf. Wie haben Sie es doch geschafft, dass Ihre Ehe über 50 Jahre gehalten hat?

Ich war oft lange weg, die Kinder beschweren sich dann manchmal. Ein Patentrezept für eine gute Ehe habe ich nicht. Meine Frau ist mit den Kindern zu Hause geblieben. Und später konnte sie oft mitfahren. Das war auch ein Geschenk für uns, weil wir uns keine Hochzeitsreise leisten konnten und durch diese Rolle gleich 14 Hochzeitsreisen hatten. Man wird im Leben oft nachträglich belohnt. Zuschauer verwechseln oft die Rolle mit der Realität.

Wurde Ihnen wegen des guten Verhältnisses zu Chef-Stewardess Beatrice auch ein echtes angedichtet?

Im Fernsehen ist es oft so, dass die Leute glauben, dass es so ist, wie es gespielt wird. Ich habe zu meiner Kollegin Heide Keller, die ja die Beatrice spielt, eine gute Freundschaft, mehr aber nicht.

Gehen Seeleute von Bord, bleibt oft Fernweh...

Bei mir war es oft anders herum. Dadurch, dass ich so viel weg war, hatte ich oft Heimweh. Und ich bin auch zufrieden, ich habe ja genug gehabt.

Wie sieht Ihr Alltag nach dem „Traumschiff“-Job aus?

Es gibt viel zu tun. Ich spiele ja noch beim „Bergdoktor“ mit, habe Live-Auftritte und Lesungen, manchmal kommen Busse voll Menschen zu uns nach Hause. Das ist auch kein Beruf, wo man an einem bestimmten Tag in Pension geht. Ich brauche immer eine Aufgabe, das macht mir Spaß.


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