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20. November 2017 | 14:59 Uhr

Das Fest soll noch besser werden

vom

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 06:48 Uhr

Rostock | In 22 Jahren hat es noch nie eine so friedliche Hanse Sail gegeben. Und das, obwohl der Stadthafen und Warnemünde an den vier Tagen aus allen Nähten platzten: Mit rund einer Million Gästen wurde das Besucherziel erfüllt. "Wir haben bis Sonntagmorgen nur 17 Straftaten aufgenommen", sagt Michael Ebert, Leiter der Polizeiinspektion Rostock. Und auch Schlägereien habe es kaum gegeben. "Das sind Zahlen, die hatten wir noch nie."

Sail-Chef Holger Bellgardt führt das auch auf den emotionalen Auftakt zurück. Die ganz besondere Stimmung aus der Marienkirche, in der Bundespräsident Joachim Gauck am Donnerstag zum Ehrenbürger der Hansestadt ernannt wurde, habe sich die gesamte Zeit über gehalten. "Die 5000 Gäste, die die Verleihung über die Leinwand an der NDR-Bühne verfolgt haben, hatten Tränen in den Augen", sagt Bellgardt. Auch die Worte Gaucks bei der Eröffnung hätten die Besucher aufgenommen und beherzigt.

"Das war rundum eine tolle Atmosphäre, mehr geht nicht", sagt Bellgardt und zeigt sich erleichtert. Damit habe man nicht rechnen können, wie auch Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) betont: "Zu Anfang des Jahres kamen immer mehr Absagen wegen Olympia. Wir hatten Sorge, die Kulisse vollzubekommen." Dass am Ende doch mehr als 220 Schiffe aus zehn Nationen festmachten, sei ein großer Erfolg. "Der erste Olympiasieg ging an Rostock, als die ,Krusenstern’ London ab- und uns zugesagt hat", so Methling. Die geballte maritime Kraft der Hanse Sail bekämen die Besucher nirgends sonst auf der Welt geboten.

Und das soll auch in den kommenden Jahren so weitergehen. Bellgardt: "Wir gucken optimistisch auf 2013." Dann finden die Tall-Ship-Rennen der Traditionssegler auf der Ostsee statt, die am Wochenende vor der Hanse Sail in Stettin enden. "Wir wollen eine ganze Armada einladen", sagt Bellgardt. Außerdem arbeite er mit seinem Team gerade an einem Konzept für die Sail, das er der Bürgerschaft vorlegen will. Die Veranstaltung soll demnach stärker strukturiert und in Details verändert werden. Am Grundstein, der Verbindung aus Traditionsseglern und landseitigem Spektakel, soll aber nicht gerüttelt werden. "Der Kirmes-Bereich gehört einfach dazu", sagt Bellgardt. Das zeigten auch die selbst nachts um 1 Uhr noch langen Schlangen an den Fahrgeschäften.

Neue Akzente seien bereits in diesem Jahr gesetzt worden, beispielsweise mit der Zuschauertribüne in Hohe Düne. Und mit der "Star Flyer" habe eine ganz neue Sail-Ära begonnen: Kreuzfahrtschiffe unter Segeln. Für 2013 hat die "Star Flyer" ihr erneutes Kommen schon jetzt zugesagt.

Genauso begeistert wie die Schiffsbesatzung und ihre Passagiere ist Tourismusdirektor Matthias Fromm von dem maritimen Fest: "Die Hanse Sail ist eine starke Marke und ein großer Wirtschaftsfaktor." Sie trage maßgeblich zum Bruttoumsatz von 500 Millionen Euro jährlich durch den Tourismus in Rostock bei, unter anderem durch die komplett ausgebuchten Hotels. Außerdem sei sie die ideale Plattform für Rostocks Unternehmer, um neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen und Verträge abzuschließen. "Rostock hat sich von seiner besten Seite gezeigt", so Fromm. Ideal seien in diesem Jahr auch das Wetter und die Windbedingungen gewesen, sagt Bellgardt: "Die Schiffe waren alle unter Vollzeug draußen, das waren tolle Fotomotive." Für die herausragende Fest-Stimmung sei das extrem wichtig gewesen.

Fester Bestandteil der Sail ist auch die Marine. Der Fregatte "Rheinland-Pfalz" statteten allein am Freitag mehr als 6000 Neugierige einen Besuch in Warnemünde ab. "Das zeugt vom großen Interesse der Menschen an allem Maritimen", so Bellgardt. Die Fregatte sei in diesem Jahr eines der Flaggschiffe der Sail gewesen. Den Stützpunkt Hohe Düne besuchten wie in den Vorjahren auch rund 25 000 Gäste. Sie wurden unter anderem mit Vorführungen der Taucher belohnt.

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