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lizenzstopp für fahrende gastronomen : Das Ende der Happen auf die Hand?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Handel in der Kröpi soll langsam aus dem Straßenbild verschwinden, empfiehlt das Ortsamt

Die Bratwurst auf die Hand, das Eis im Vorbeigehen, der Kaffee vom Fahrrad – solche Angebote gibt es in der Kröpeliner Straße genug, findet das Ortsamt. Langsam sollen die Händler sogar aus dem Straßenbild verschwinden. Nämlich dann, wenn die aktuellen sechs Betreiber ihre fahrenden Geschäfte aufgeben.

„Das Maß ist einfach voll“, sagt Stephanie Bornstein, die Leiterin des Ortsamtes Stadtmitte. Es gibt in und an der Kröpeliner Straße zwei Hotdog-Wagen, ein Bratwurst-, ein Café-Fahrrad und einen Eis-Verkauf. Sven Haupt (43) schwingt sich bei Wind und Wetter gut gelaunt auf sein sein Bratwurst-Rad und parkt es in der Breiten Straße. Alle Stunde muss er ein Stück weiterfahren, zwischendrin verkauft er Thüringer. „Es läuft gut. Der Sommer ist natürlich Hauptthema“, sagt er, „aber wir haben auch einheimische Stammkunden.“ Seine Frau Diane (45) führt das Unternehmen und mit ihrer Mutter zwei weitere Verkäufe für Bratwurst, Burger und Suppen am Bahnhof. Ihre Genehmigung für die Einkaufsstraße scheint nicht in Gefahr – Bestehende können bleiben, heißt es aus dem Ortsamt.

„Aber es fragen eben immer noch mehr an“, sagt Bornstein. Doch warum stört sich die Stadt am schnellen Imbiss? – Das tue sie eigentlich nicht, sagt die Ortsamtsleiterin. Nur hätten schon viele Gastgewerbe draußen Tische oder zusätzliche Verkaufsflächen. „Es wird zu voll in der Kröpi. Das finden auch viele Anwohner“, sagt Bornstein und würden sich auch beschweren. Wenn sich der Fußgängerstrom in den Sommermonaten nur so durch die Kröpi schiebt, würden Ordnung und Sicherheit hinterherhinken, bemerkt sie.

„Ich stehe immer am Rand“, sagt Sven Haupt und er sei ja auch schnell weg, wenn wirklich mal die Feuerwehr durch müsste. Das sei kein Problem. Er und seine Frau hätten gern noch einen Verkauf – in der Kröpi. Doch seit Jahren heiße es auf den Sondernutzungsantrag: „Abgelehnt. Der Bedarf ist gedeckt“, erzählt Diane Haupt wenig glücklich. „Vielleicht könnten wir Bestehenden aber mehr Freiheit bekommen – im Angebot“, sagt ihr Mann. Der Winter sei hart und sich ein Polster zu schaffen ganz gut.

Ganzjährig sind auch die Kollegen gegenüber da: Am Coffee-Bike. Anika Langenberg (33) macht Café Crème mit Ziermuster und Latte Macchiato mit Schaumhaube. Ein zweiter Verkauf ist im KTC. Doch den Fokus setze ihr Chef auf das Rad in der Kröpi. Wünscht sie sich mehr Händler in der Kröpi? „Ich persönlich fände es schön. Das belebt ja und den Leuten gefällt es“, sagt sie. Es sei eben noch etwas Besonderes.

Der Ortsbeirat Stadtmitte gibt regelmäßig Empfehlungen zu den Anträgen auf Sondernutzung, die auch durch einige Ämter müssen. Am 18. März will der Beirat in seiner Sitzung eine Grundsatzdebatte führen: Braucht die Kröpi mehr fahrende Händler oder ist sie auf lange Sicht ohne besser dran?

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