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25. November 2017 | 03:28 Uhr

Darwins Nachfahre kommt

vom

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2012 | 10:51 Uhr

Rostock | Charles Darwin zählt zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlern aller Zeiten und veränderte mit seiner Evolutionstheorie das biologische Denken ganz wesentlich. Mit dem neuen Affenhaus, dem Darwineum, setzt der Rostocker Zoo dem weltberühmten Wissenschaftler nun ein Denkmal und möchte darin Evolution erlebbar machen. Zur feierlichen Eröffnung am Freitag, 7. September, hat sich jetzt auch ein ganz besonderer Gast angekündigt: Der britische Anthropologe Felix Padel ist Charles Darwins Ururenkel und wird das Affenhaus im Barnstorfer Wald für die Besucher freigeben. Für ihn ist das eine ganz besondere Ehre, denn mit dem knapp 29 Millionen Euro teuren Neubau wird nicht nur das Erbe seines Ururgroßvaters bewahrt, sondern auch dessen Forschungsarbeit gewürdigt. Um an diesem besonderen Tag in Rostock dabei sein zu können, unterbricht Padel sogar seine eigene Arbeit im Indischen Urwald.

Genau wie sein berühmter Vorfahre hat sich auch Padel der Wissenschaft verschrieben. Er erforscht die Entwicklungen des Menschen und die seines Umfelds. In seinen Arbeiten geht es zum Beispiel um die Auswirkungen des britischen Kolonialismus auf die heutigen Strukturen oder um die der Aluminium-Industrie im östlichen Indien. Padel lebt heute die meiste Zeit des Jahres in einem entlegenen Dorf im indischen Bundesstaat Orissa. Ein zweites Zuhause hat der Anthropologe in Wales. Obwohl Padel gebürtiger Brite ist, betrachtet er sich selbst trotzdem eher als Inder. Mit seiner wissenschaftlichen Karriere als Anthropologe knüpft Padel in gewisser Weise auch an die Forschungen seines Ururgroßvaters Darwin an. So wird der Mensch, den Erkenntnissen von Charles Darwin folgend, innerhalb dieser wissenschaftlichen Disziplin als biologisches Wesen angesehen. Doch Padel betrachtet die Entwicklungen auch aus soziologischer Sicht. In Oxford und Delhi hat der ambitionierte Wissenschaftler Antike Literatur und Geschichte sowie Anthropologie und Soziologie studiert. Kritisch setzt sich Padel heute mit dem Kapitalismus auseinander. Er glaubt in dem Zusammenhang, dass die Evolutionstheorie seines Ururgroßvaters mit der Vorstellung von der natürlichen Selektion zuletzt bewusst so verdreht wurde, dass der Kapitalismus als Wirtschaftsform dem Prinzip entspricht.

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