Darwineum: 100 000 Besucher und der erste Nachwuchs

Hoffnungsträger sind die Zwergseidenäffchen. Sie könnten für den ersten Affen-Nachwuchs sorgen, denkt Pfleger Manuel Kiep. Georg Scharnweber
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Hoffnungsträger sind die Zwergseidenäffchen. Sie könnten für den ersten Affen-Nachwuchs sorgen, denkt Pfleger Manuel Kiep. Georg Scharnweber

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10. November 2012, 12:13 Uhr

Rostock | Das Konzept des Darwineums geht auf: Mehr als 100 000 Menschen strömten seit der Eröffnung von Rostocks neuster Attraktion in den Rostocker Zoo. "Das sind doppelt so viele wie im letzten Jahr in der gleichen Zeit", sagt Zoo-Chef Udo Nagel.

Die acht Themenkojen, Dioramen, Kurzfilme über vergangene Zeiten, die Tropenhalle und der große Laborbereich kommen an. Die Besucher sind begeistert, weiß Nagel zu berichten. Die jahrelange Planung und die 15 Monate Bauzeit haben sich gelohnt. Aber dadurch läuft die einmalige Evolutionsausstellung nicht von selbst.

Ein eifersüchtiger Gorilla

Täglich arbeiten Pfleger, Guides und auch Lieferanten für die Besucher und Tiere auf Hochtouren. Mehr als 700 Kilogramm Frischfutter kommen pro Woche an.

Neun Pfleger füttern und versorgen die Tiere. Allein vier kümmern sich um die mittlerweile sieben Affenarten in der Tropenhalle. Ein toller Job für Pfleger Manuel Kiep (29). Seit 2005 arbeitet er im Rostocker Zoo. Seit der Darwineums-Eröffnung hat er von den Robben zu den Affen gewechselt. Die haben sich gut gemacht, weiß der Pfleger: "Die Gorillas haben die Anlage gleich angenommen." - Bis auf Gorgo. Zur Eröffnung hatte er noch mit den Fäusten an der Scheibe Alarm geschlagen. Nicht aber wegen der Besucher. Von Assumbo und seinen Zwei-Frauen-Harem hatte sich der ausgewachsene Gorillamann provoziert beziehungsweise animiert gefühlt, wie der Pfleger erzählt. Jetzt verdecken Pflanzen und eine kleine Trennwand die Sicht, sodass Gorgo seinen Kontrahenten nicht mehr sieht. Und es herrscht wieder Ruhe in den Tropen. Etwas Aufregung würden sich die Mitarbeiter aber doch wünschen. Denn Orang-Utan Sabas und seine Partnerin könnten mit etwas Glück bald für Nachwuchs sorgen. "Wir hoffen, dass wir in zwei Jahren in jeder Gruppe bei den Affen ein bis zwei Babys haben", sagt Nagel. Die Zwergseidenäffchen könnten die ersten sein. Eine der kleinen Affen-Damen trug vor einer Weile ein Bäuchlein vor sich her - und sicher nicht nur von den Bananen. "Jetzt ist sie im Hüftbereich etwas eingefallen", sagt Kiep. Klassisch für eine Schwangerschaft, erklärt der Pfleger. Die Hoffnung, dass bald das erste kleine Äffchen im Darwineum geboren wird, scheint berechtigt. Ersten Nachwuchs gab es schon bei den Seepferdchen. Die kleinen mussten aber aus ihrem Aquarium genommen werden. "Durch die Filteranlage würden sie weggesaugt werden", sagt Kuratorin Antje Zimmermann. Bis Weihnachten werden auch noch weitere Tiere anreisen. Die Weißhand-Gibbons kommen noch vor Weihnachten, sollen mit den Orangs vergesellschaftet werden.

64 Tierarten und ständig kommen neue

"Es ist eine ständige Bewegung drin", sagt Nagel. Und das merkt man auch an den Zahlen. 1000 Tiere aus 40 verschiedenen Arten lebten zur Eröffnung im Darwineum - jetzt sind es 5700 Tiere aus 64 Arten. Aber es kommen nicht nur Tiere dazu. Die Ornament-Vogelspinnen haben sich in ihrem Terrarium permanent von den Besuchern versteckt. Deswegen können sie umziehen, Chamäleons werden ihren Platz einnehmen. Der Betrieb läuft, aber bleibt in Bewegung. "Es ist genauso geworden, wie wir es wollten", sagt Nagel.

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