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24. September 2017 | 15:57 Uhr

Daniel will wieder gesund werden

vom

svz.de von
erstellt am 29.Jul.2011 | 10:25 Uhr

Rostock | Seit Daniel Bellmann aus Schmarl an Leukämie erkrankt ist, hat der Zehnjährige drei wichtige Herzenswünsche: "Er möchte unbedingt wieder gesund werden und muss dafür einen geeigneten Knochenmarkspender finden", sagt Vater Jörg Bellmann. Das ist nicht einfach, weil er eine seltene Form der Erkrankung hat. Der dritte Wunsch ist gleichzeitig sein großes Ziel. Wenn Daniel genesen ist, möchte er einen Traum verwirklichen: "Dann will er mit mir in Norwegen ein paar große Lachse herausfischen", sagt Bellmann. Der 46-Jährige betreibt in Warnemünde ein Angelgeschäft und ist selbst gern als Petrijünger mit seinem Sohn unterwegs. Daniel ist von der Angelleidenschaft schon ganz früh angesteckt worden. Alles zum Thema Fisch interessiert den aufgeweckten Schüler.

Statt Kinderbücher liest der kleine Patient Fachliteratur

Er hat gerade seinen Angelschein gemacht, das Zeugnis hat er jetzt im Krankenhaus bekommen und ist ganz stolz darüber. Statt in Kinderbücher vertieft sich der junge Patient in Fachliteratur über Angeln und Saurier. Auch wenn er noch ein Kind ist, beim Thema Angeln ist Daniel so versiert, dass er gern auch bei den Freunden des Vaters oder im Laden seine Kenntnisse weitergibt.

Deshalb verwundert es auch nicht, dass die Freunde Sabrina Wendt und ihr Partner Andreas Lenertz der Familie helfen wollen, einen geeigneten Knochenmarkspender für Daniel zu finden. Das Trio informiert per Zettelaktion darüber, hat sich auf den Weg zu den NNN gemacht und wirbt bei der Internetplattform Facebook für die Typisierungsaktion am 17. September. Wenn ein geeigneter Spender gefunden wird, stehen die Heilungschancen gut, weiß sein Vater. Deshalb lässt Daniel auch tapfer Chemotherapien und alle Behandlungen über sich ergehen.

Ans Licht gekommen ist die Krankheit im Februar durch eine vermeintliche Grippe und Nebenhöhlenentzündung. Daniel hatte geschwollene Lymphknoten, die Antibiotika haben nicht angeschlagen. Da wurden die Ärzte skeptisch. "Als dann auch noch das Blutbild schlecht war, wurden wir sofort in die Onkologie der Universitätskinderklinik überwiesen", sagt Bellmann.

"Die Ärzte und Schwestern tun alles für unseren Sohn"

Dort fühlt sich die Familie bei Oberarzt Dr. Friedrich Classen, Dr. Ulrike Kyank und den Schwestern in guten Händen. "Sie tun alles für unseren Sohn, sie leisten nicht nur Dienst nach Vorschrift", sagt Bellmann. Der Oberarzt hat zugesagt, bei der Typisierung die fachliche Aufsicht zu übernehmen. Wer eine solche Aktion organisiert, muss die vielen Helfer stellen.

Daniel weiß, dass er eine schwere Krankheit hat. Ihm ist auch bekannt, dass daran früher viele Kinder sterben mussten. Die Eltern verheimlichen ihrem Jüngsten nichts und der kleine Patient lässt sich im Krankenhaus alles ganz genau erklären. Er will wissen, welche Spritze warum gegeben wird, was die Chemotherapien bewirken und alles, was ihm sonst an Fragen durch den Kopf geistert, klärt er. Und er hat auch von dem leukämiekranken Paul aus Rostock erfahren, für den ein Spender gefunden werden konnte.

Heute besteht bei Leukämie eine gute Chance auf Heilung besteht. "In 90 Prozent der Fälle ist das so", sagt Vater Jörg Bellmann. Die Eltern achten darauf, dass Daniel zu niemandem Kontakt hat, der ihn anstecken könnte. Auch wenn es verboten ist, dass er angeln geht, hat der Oberarzt der Familie Ausnahmen gestattet - mit Auflagen. Denn das Angeln ist für Daniel lebenswichtig, weil es ihn glücklich macht. Für eine Weile lässt es ihn vergessen, dass er eine schwere Krankheit hat.

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