Tapferer Leukämie-Patient : Daniel träumt vom Angelurlaub

Familie Bellmann hofft auf ein gesundes neues Jahr: Daniel (M.) mit seinem Bruder Hans und den Eltern Eva und Jörg
Familie Bellmann hofft auf ein gesundes neues Jahr: Daniel (M.) mit seinem Bruder Hans und den Eltern Eva und Jörg

Zwei Jahre nach der Diagnose Leukämie: Der Zwölfjährige kämpft tapfer gegen die Folgen der Krankheit.

svz.de von
30. Dezember 2013, 23:00 Uhr

,,Wenn der Krebs wiederkommt, dann mach einen Krabbencocktail daraus“ – das ist das Überlebensmotto eines Zwölfjährigen aus Schmarl für 2014. Daniel Bellmann erkrankte im Februar 2011 an Leukämie. Glücklicherweise konnte im letzten Moment ein Knochenmarkspender über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gefunden werden. Jetzt freut sich die Familie auf eine gemeinsame Silvesternacht und auf ein glückliches und hoffentlich gesundes neues Jahr.

Nach der Diagnose folgte ein langer Behandlungsweg mit mehreren Chemotherapien und einer ersten Knochenmark-Transplantation. Allerdings schlug die Therapie nicht wie erhofft an und Daniel musste in ein künstliches Koma gelegt werden, um die zweite Transplantation zu überleben. Die bisherigen medizinischen Behandlungen hatten erhebliche Nachwirkungen. Die Folgen eines Leberversagens und eine Gehirnentzündung machen dem Kind auch heute noch zu schaffen. „Allerdings hat Daniel während der Strapazen seinen Humor nicht verloren. Es ist mir rätselhaft, wie er die vergangenen zwei Jahre überstanden hat“, schildert der 15-jährige Hans den Gemütszustand seines Bruders während der Behandlung.

Im Krankenhaus legte Daniel Bellmann seine Angelprüfung ab, erledigte seine Hausaufgaben und Schulprüfungen vom Bett aus. Die vierte Klasse hat er zwischen den Behandlungen mit Erfolg absolviert. „Dieses Durchsetzungsvermögen hat der ganzen Familie viel Kraft und Halt gegeben“, sagt Daniels Mutter Eva Bellmann. Inzwischen ist Daniel wieder zu Hause und kann mit seiner Familie endlich wieder Silvester feiern. Große Vorsätze hat er für das neue Jahr nicht: „Ich plane nicht auf längere Sicht, aber es wäre schön, wenn ich mit meinem Vater in diesem Sommer nach Norwegen zum Angeln fahren könnte.“ Die ärztliche Reisegenehmigung hat er noch nicht bekommen. Die kleinste Erkältung könnte für den Jungen derzeit noch zur akuten Lebensgefahr werden. Deshalb sind Hygienevorschriften die Begleiter der gesamten Familie. Mal eben ins Kino oder zum Hansa-Spiel – das ist für die Familie mit erheblichem Aufwand und Vorsichtsmaßnahmen verbunden. „Unser aller Wunsch für 2014 ist, das Daniel weiterhin auf dem Weg der Genesung ist und die Leute ihm gegenüber nicht so intolerant sind, wie in den letzten Monaten“, sagte Vater Jörg Bellmann. Die Familie musste sich aufgrund des Mundschutzes einige Sprüche anhören. ,,,HIV-Kind?’ oder ,Fukushima ist doch weit weg’ – das sind nur zwei von vielen Bemerkungen, die man uns an den Kopf wirft“, sagt Eva Bellmann. Auf längere Sicht gesehen möchte Daniel wieder mit seinen alten Klassenkameraden zur Schule gehen. Einen Berufswunsch hat er auch schon: Er möchte Biologe werden.

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