Weihnachten international : Dänischer Mandelmilchreis und deutscher Kartoffelsalat mit Wienern

Buddha und Weihnachtsmann leben hier in friedlicher Nähe: Taeo Pakdee und ihr Mann Wolfgang Ihlow vermischen die Traditionen von Thailand und Deutschland.
Foto:
1 von 2
Buddha und Weihnachtsmann leben hier in friedlicher Nähe: Taeo Pakdee und ihr Mann Wolfgang Ihlow vermischen die Traditionen von Thailand und Deutschland.

Zum Heiligabend vermischen sich in einigen Familien die Traditionen. Einige Kontraste können spannend sein.

svz.de von
26. Dezember 2013, 08:30 Uhr

Andere Länder, andere Sitten, heißt es häufig. Ganz besonders trifft das auf den Heiligabend zu. Während das Fest in Ländern mit anderen Religionen nicht gefeiert wird, begehen es die anderen Nationen auf unterschiedliche Weise. Besonders spannend wird der Heiligabend in Familien, in denen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten leben. Da wird dann schon mal das typisch deutsche Abendessen Kartoffelsalat und Wiener Würstchen gestrichen oder mit einem Nationalgericht aus einem anderen Land getauscht oder kombiniert. So ist es in der Familie von Dr. Sven Olsen und Silke Regenthal. Seit sie zusammenleben, fließen Traditionen des gebürtigen Dänen, der Betreiber der privaten Ecolea-Schule ist, in das wichtige Fest des Jahres ein. Nicht nur, dass dänische Flaggen ein Teil des Alltags sind. Auch kulinarisch wirkt sich das aus. „Bei uns gibt es Heiligtag den beliebten Ris à l'amande – auch Julegrød genannt“, sagt Silke Regenthal. „Das ist besonders leckerer Milchreis, in dem eine ganze Mandel versteckt ist“, erklärt die Warnemünderin. Dazu gibt es Erdbeer- oder Kirschsoße. „Wer die Mandel findet, bekommt ein kleines Geschenk, die so genannte Mandelgave, und soll auch besonders viel Glück im neuen Jahr haben“, sagt Silke Regenthal. Ob da wirklich immer nur der Zufall im Spiel ist, wenn eines der Kinder die Mandel findet, bleibt ein gut gehütetes Geheimnis vom Weihnachtsmann. Und für die beiden Söhne Carl (16) und Kresten (7) ist der kulturelle Mix in der Speisefolge am Weihnachtstag längst Normalität.


Die Wichtel müssen auch bedacht werden


In Dänemark bekommen auch die Nissen etwas von diesem Julegrød vor die Tür gestellt. Nissen sind kleine Wichtel, die in Dänemark und anderen skandinavischen Ländern fester Bestandteil der Weihnachtstradition sind. Man sagt, der Name Nisse leitet sich vom Namen Niels ab, der dänischen Form für den Nikolaus. Die Nissen leben traditionell auf dem Dachboden oder in Ställen. Sie beschützen Haus und Hof und kümmern sich um die Haustiere. „Nissen muss man gut behandeln, deshalb ist es Brauch, ihnen zur Weihnachtszeit die Julegrød vor die Tür zu stellen. Tut man dies nicht, so treiben sie angeblich ihr Unwesen, spielen Streiche, oder noch viel schlimmer, sie verlassen den Hof“, erklärt Silke Regenthal.

Kulturelle Kontraste gibt es auch im Leben von Wolfgang Ihlow aus Warnemünde und seiner thailändischen Frau Taeo Pakdee, die in der Alexandrinenstraße traditionelle thailändische Massagen anbietet. In Thailand, wo die Menschen überwiegend dem Buddhismus angehören, wird Weihnachten nicht gefeiert. Lediglich in touristischen Hochburgen mit vielen europäischen Gästen stellen sich die Thailänder auf dieses Fest ein. „Aber das ist mehr in größeren Städten, nicht in ländlichen Regionen“, sagt der ehemalige Baufachmann. Er hat seine Frau auch in Warnemünde im Alltag kennengelernt und sich in sie verliebt. Seit sieben Jahren sind sie verheiratet.


Buddha und Weihnachtsmann kommen sich hier nahe


Dadurch vermischen sich auch Heiligabend die Kontraste. Hier gibt es sowohl einen Buddha als auch einen Weihnachtsmann. „Geschenke machen sich die Thais zu Festen nicht, da wird eher Geld gegeben“, sagt Taeo Pakdee. Und so gibt es an diesem multikulturellen Baum beides: Kugeln und das thailändische Deko-Geld. Die Thailänder feiern eher Neujahr oder im April Buddhas Geburtstag. Seit sie mit Wolfgang Ihlow verheiratet ist, gehört für die Thailänderin zu Weihnachten ein Tannenbaum dazu. Auch, weil Tochter Wannpha und Enkelin Say ebenfalls in Rostock leben. Wenn Wolfgang Ihlow und Taeo Pakdee in Warnemünde feiern, gibt es Ente. In diesem Jahr reist das Paar aber zu Taeo Pakdees Schwester nach Norwegen. Dann fließen Traditionen aus Deutschland, Thailand und Norwegen zusammen. Und noch etwas: Auch wenn es in Thailand nicht üblich ist, erhält Taeo von ihrem Mann auch ein kleines Geschenk zu Weihnachten. Was das ist, wird nicht verraten, sonst ist es ja keine Überraschung mehr für die Thailänderin aus Warnemünde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen