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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 13:55 Uhr

Demonstration : CSD: Rostock feiert für Gleichheit

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

5000 Besucher zur Parade am Sonnabend erwartet

Echte Akzeptanz statt Toleranz für Liebe in all ihrer Vielfalt – das ist das Motto, das sich die Organisatoren des 14. Christopher Street Day (CSD) in Rostock auf die Fahnen geschrieben haben. „Unser Ziel ist es, irgendwann absolute Gleichheit zu schaffen. Es soll keine Rolle spielen, ob man Mann oder Frau liebt“, sagt Mathias Luther, stellvertretender Vorsitzender des CSD-Vereins.

Bis zum Sonnabend, dem eigentlichen Festtag, lädt zuvor die Hansegay-Kulturwoche zu kulturellen Veranstaltungen ein: Lesungen, Ausstellungen, Andachten. Gipfeln wird die Woche am 16. Juli mit einem Demonstrationszug durch die Innenstadt und einer Abschlusskundgebung auf dem Neuen Markt – der größten in ganz MV. „Gemessen an den letzten Jahren rechnen wir mit mehr als 5000 Teilnehmern“, sagt Luther – auch wenn zeitgleich Veranstaltungen in Berlin und Hamburg Konkurrenz machen. Zu Gast sind neben Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) als Schirmherrin auch Musikgrößen wie die Weather Girls und Rostocker Lokalmatadoren wie Les Bummms Boys, Olaf Straube und die Schwestern der Perpetuellen Intelligenz, die bereits zum dritten Mal durch das Programm führen werden.

„Wir wollen eine Plattform bieten und den Dialog finden. Denn Akzeptanz schafft man nur durch Präsenz und Begegnung“, so Luther. Dabei sei die Hansestadt eine vergleichsweise offene. Als Homo-, Bi- oder Transsexueller müsse man keine Angst haben, auf die Straße zu gehen. „Aber das ist eben nicht überall so. Gerade in Russland, Südosteuropa und dem Nahen Osten herrschen noch ganz andere Ansichten“, sagt Luther. Ziel des CSD sei es deshalb auf lange Sicht, dass es keinen mehr geben müsse.

Dazu braucht es allerdings mehr als nur einen Tag: Um echte Gleichberechtigung zu schaffen, engagieren sich die Gemeinschaft der Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexual sowie Transgender sowie der Verein Rat und Tat auch politisch. „Wir wollen besser aufklären – sei es gesundheitlich über Krankheit wie Aids und Syphillis, im Unterricht in Schulen über verschiedene Arten der Sexualität, aber auch über Parteiprogramme zur Landtagswahl im Herbst. Viele wissen gar nicht, wofür sie mit ihrem Häkchen stimmen – beispielsweise gegen eine Adoptionserlaubnis für gleichgeschlechtliche Paare“, sagt Mathias Luther. Auch Inklusion und Integration seien für die Community von hoher Bedeutung, so der Rostocker.

Hansegay-Kulturwoche und CSD

• morgen 19 Uhr: Lesung „Das Glück kam immer zu mir“ – von und mit Alexander Zinn; Europäisches Integrationszentrum, Mühlenstraße 9

• Freitag 18.30 Uhr: Kranzniederlegung am KZ-Kubus im Rosengarten zum Gedenken der homosexuellen Opfer zur Zeit des Nationalsozialismus
• Sonnabend: ab 15 Uhr Demo mit Abschlusskundgebung ab 17 Uhr auf dem Neuen Markt

• bis 22. Juli Ausstellung „Walk with Pride“ im Rathaus: Fotograf Charles Meacham hat Paraden in 15 Ländern begleitet. Die Bilder zeigen mutige Menschen, die für ihre Rechte eintreten.

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 8 bis 18 Uhr


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