Video: Vier Verletzte - Staus in Rostock : Crash zwischen Bahn und Lkw legt Rostock lahm

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Fotos: Stefan Tretropp/Bernd Wüstneck

Schwerer Unfall mit einer Straßenbahn auf einer der Hauptverkehrsstraßen in Rostock. Mehrere Verletzte und Staustress im Berufsverkehr waren die Folgen. Die Polizei ermittelt jetzt, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

svz.de von
07. Juni 2016, 08:00 Uhr

Vier zum Teil schwer Verletzte und Hunderte Autofahrer im Stau – das ist die Bilanz eines verheerenden Crashs zwischen einer Straßenbahn und einem Lkw gestern Morgen in Rostock. Der Unfall ereignete sich gegen 6.20 Uhr am Werftdreieck. Erst um 8.40 Uhr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Unbestätigten Angaben zufolge war der Lkw-Fahrer bei gelber Ampel vom Kabutzenhof kommend links auf die Kreuzung Doberaner und Lübecker Straße eingebogen, musste dann aber wegen wartender Autos abbremsen. Die Straßenbahn krachte daraufhin frontal in den mit Glasscheiben beladenen Anhänger. Sie kam von der Haltestelle Maßmannstraße.

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„Die Fahrerin wurde nur leicht verletzt, obwohl ihre Kabine schlimm aussieht“, sagt Beate Langner, Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG). Durch die Wucht des Aufpralls war die Tür so stark verformt worden, dass die 42-Jährige im Kontrollraum gefangen war. Sie musste von den Rettungskräften befreit werden, die schon mit dem Schlimmsten rechneten. Untersuchungen im Krankenhaus ergaben allerdings nur vergleichsweise harmlose Schnittverletzungen an den Armen sowie Verletzungen am Knöchel.

Weniger Glück hatte eine Passagierin. Sie zog sich erhebliche Schnittverletzungen an den Beinen zu. Ein zweiter Fahrgast und der Lkw-Fahrer wurden ebenfalls verletzt, allerdings nur leicht. Der 52 Jahre alte Trucker stand nach dem Crash unter Schock. Alle Verletzten wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

„Der Unfall hatte erhebliche Auswirkungen, weil er an einer der neuralgischen Kreuzungen stattfand“, sagt Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Der Berufsverkehr wurde weitgehend lahmgelegt, zahlreiche Rostocker und Pendler kamen zu spät zur Arbeit. Allein für die Strecke zwischen Straßenbahndepot an der Hamburger Straße und Holbeinplatz benötigten sie 20 Minuten. Ab da ging beinahe nichts mehr. Der Verkehr konnte nur langsam über die Doberaner Straße beziehungsweise Werftallee abfließen. Auch die Straßenbahnen der Linien 1, 2 und 5 sowie die Buslinien 22, 23, 25, 27 und 28 konnten nicht wie gewohnt fahren.

Die Unglücksbahn steht mittlerweile auf dem Betriebshof der RSAG. „Der Schaden liegt auf jeden Fall im Bereich einer sechsstelligen Summe“, sagt Langner, die sich mit Schuldzuweisungen zurückhält: „Es sind immer Menschen im Spiel.“ Die Auswertung durch Polizei und Dekra-Sachverständigen werde noch dauern. Auswirkungen auf den weiteren Betrieb schließt Langner aus: „Für solche Fälle haben wir immer Bahnen in Reserve.“ Von den insgesamt 53 Fahrzeugen seien normalerweise nur 42 auf den Gleisen unterwegs.

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