Countdown zur Hanse Sail läuft

 <strong>Tradition:</strong> Der Dampf-Eisbrecher 'Stettin' ist einer der Lieblinge von Sail-Chef Holger Bellgardt. Das Schiff war bislang bei jeder Sail in Rostock dabei.<foto>nicp</foto>
Tradition: Der Dampf-Eisbrecher "Stettin" ist einer der Lieblinge von Sail-Chef Holger Bellgardt. Das Schiff war bislang bei jeder Sail in Rostock dabei.nicp

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04. Juli 2012, 07:12 Uhr

Rostock | Noch gut einen Monat, dann ist es so weit. Die 22. Hanse Sail wird Rostock vom 9. bis 12. August wieder in ein maritimes Mekka verwandeln. Im Interview mit NNN-Autorin Nicole Pätzold verrät Sail-Chef Holger Bellgardt, welche Neuerungen es geben wird und was alles zu bedenken ist, damit das Seglertreffen auch 2012 ein voller Erfolg wird.

Bundespräsident Joachim Gauck wird die Hanse Sail eröffnen. Eine Ehre für die Sail?

Bellgardt: Das Team hat sich das verdient: Die Veranstaltung hat einen guten Namen, eine gute Zielstellung, deswegen wird sie auch in der Politik wahrgenommen, und das macht uns stolz.

Gibt es Neuerungen, was haben Sie geplant?

Wir setzen das, was sich bewährt hat, durch und prüfen aber auch jährlich, was sich verändern kann - unter gegebenen Rahmenbedingungen, nautischen und finanziellen. Die städtischen Zuschüsse sind leider zurückgefahren worden. Wir haben in diesem Jahr einen großen Sport- und Funpark geplant. Der wird sich an Jugendliche richten, aber auch Familien ansprechen, wenn die Schiffe draußen sind. Wir wollen aber auch stärker das Geschehen auf dem Wasser in den Mittelpunkt bringen, die Traditionssegler, aber auch Sport wie Wasserski. Ein Thema sind die Dampfschiffe. Der Dampf-Eisbrecher "Stettin" ist seit 1991 dabei. Jetzt haben auch andere Schiffe, die mit Dampf betrieben werden, Interesse an der Hanse Sail gezeigt, wie die "Bussard" aus Kiel und der Dampfer "Woltman" aus Hamburg.

Wie sollen die Standorte Rostock und Warnemünde verknüpft werden?

Die Blaue Flotte fährt wieder an jedem Tag und verknüpft so beide Orte. Ein neuer Ort für die Sail ist aber auch die Neptun-Werft. Wir werden im IGA-Park erneut eine Mini-Sail und Konzerte haben. Und wir haben die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern gewonnen, die ein Auftaktkonzert in der Halle 207 gestalten werden. Wir haben den Rostocker Fischereihafen, Hohe Düne mit dem Marine-Stützpunkt und wir haben das Marktgeschehen jetzt an der Promenade in Warnemünde.

Wie viele Schiffe erwarten Sie?

Im Moment stehen 189 auf der Liste. Die Hanse Sail hat sich international etabliert. Viele Veranstalter nehmen darauf Rücksicht, wann die Sail ist. Dieses Jahr ist aber eine ganze Regattaserie Anfang August zu verzeichnen. Die Organisatoren dieser internationalen Tall-Ship-Races richten sich nicht nach der Sail. 2013 wird das wieder anders sein. Aber wir verzeichnen auch dieses Jahr eine stolze Zahl von Teilnehmerschiffen und denen wollen wir gute Bedingungen schaffen. Dieses Jahr bekommen die kleinen, die sonst häufig im Schatten der großen bleiben, ganz neue Chancen.

Wie ist der derzeitige Stand der Buchungen beim Mitsegeln?

Wir haben noch Kapazitäten. Wir würden uns auch eine stärkere Nachfrage wünschen. Einen Segeltörn zu buchen, dient auch dem Erhalt der Schiffe.

Seit wann feilen Sie an der Sail und was ist noch zu tun?

Wir stecken voll drin. Die Bühnenpläne sind ansatzweise fertig, wir planen das Marktgeschehen, Sicherheitskonzepte. Wir suchen auch noch dringend Sponsoren für unsere Miss-Wahl. Es ist eine Riesenchance für Rostock. Aber ohne die Wirtschaft geht es nicht.

Wie sind Sie finanziell bei der Organisation klargekommen?

Schwierig. Wir haben eine Drittel-Finanzierung aus dem Haushalt der Stadt, Sponsoren und Einnahmen aus dem Marktgeschehen. Wir drehen jeden Euro zweimal um. Ich würde mich freuen, wenn temporär kommunale Mittel zur Verfügung gestellt würden. Es ist ja auch eine kommunale Veranstaltung. Wir versuchen auch Berlin anzusprechen, müssten da aber viel stärker werben. Dafür sind aber keine Mittel da.

Die Bürgerschaft fordert, die Sail müsse sich immer wieder neu erfinden. Was haben Sie getan, um diesem Wunsch nachzukommen?

Wir schreiben gerade an einem Konzept zur Nachhaltigkeit der Hanse Sail, das wir der Bürgerschaft Ende des Jahres vorstellen wollen. Die Sail ist gut, sie läuft, aber es muss geprüft werden, wie wir junges Publikum gewinnen können.

Was sind die diesjährigen Highlights?

Die Schiffe: der Dampfer "Woltman", die "Star Flyer", die erstmalig da ist. Die "Greif" ist für mich immer ein Highlight. Die "Stettin" ist schon da. Der "Lange Heinrich" wird zur Sail kommen. Die "Gulden Leeuw" ist einer meiner Favoriten und die "Shtandart", die aus St. Petersburg kommt.

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