Concordia-Unglück: Auch Passagiere von A-Rosa abgeschreckt

Lars M. Clasen:  Der Geschäftsführer der Rostocker  A-Rosa Flussschiff GmbH will den US-Markt erschließen.  geos
Lars M. Clasen: Der Geschäftsführer der Rostocker A-Rosa Flussschiff GmbH will den US-Markt erschließen. geos

von
11. September 2012, 08:04 Uhr

Rostock | Die Havarie des italienischen Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" Anfang des Jahres hat auch zu einem Buchungsrückgang bei Flusskreuzfahrten in Europa geführt. "Wir hatten bei den Buchungen im ersten Quartal eine Delle, die von diesem einmaligen Vorgang ausgegangen ist", sagte der Geschäftsführer der Rostocker A-Rosa Flussschiff GmbH, Lars M. Clasen.

In den ersten Monaten des Jahres würden die meisten Reisen für den Sommer gebucht, deshalb habe das Unglück die Monate Mai, Juni und Juli stark beeinflusst. Den genauen Umfang des Buchungsrückgangs wollte Clasen nicht beziffern, schätz aber ein: "Obwohl wir ein Schiff mehr als 2011 haben, werden wir unseren Vorjahresumsatz nicht ganz erreichen."

Im Januar hatte die "Costa Concordia" vor der italienischen Küste einen Felsen gerammt und war dann mit 4200 Passagieren und Crew- Mitgliedern an Bord gekentert. 32 Menschen starben, unter ihnen zwölf Deutsche. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei wird ermittelt. Kapitän Francesco Schettino und die Reederei beschuldigten sich gegenseitig, für die Havarie verantwortlich zu sein.

Nach dem zwischenzeitlichen Minus liege die Zahl der Buchungen aktuell wieder über dem Vorjahresniveau. "Dies zeigt, dass es keine strukturelle Krise in der Branche gibt", so Clasen. Allerdings würden das "negative Gerede" über den Euro und die Weltwirtschaft dem Geschäft keineswegs helfen. Aber dennoch bleibe die Flusskreuzschifffahrt eine Wachstumsbranche: "Wir werden weiter wachsen, die Demografie arbeitet für uns", prognostiziert der Rostocker Geschäftsführer. Vor allem der US-Markt sei interessant. Es gelte, US-Bürger mit attraktiven Angeboten für Reisen auf Europas Flüssen zu gewinnen.

Die zehn A-Rosa-Flussschiffe sind auf dem Rhein, Main, der Donau und der Rhône (Frankreich) unterwegs. Nach Firmenangaben buchten im vergangenen Jahr knapp 67 000 Passagiere eine Reise, sie waren im Schnitt 60 Jahre alt.

Das Unternehmen beschäftigt 560 Mitarbeiter, davon rund 40 in der Rostocker Firmenzentrale. Im März 2014 soll das elfte Schiff der Flotte in Dienst gestellt werden, es soll auf der Rostocker Neptun-Werft gebaut werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen