Literaturhaus Rostock : Comic als Nationalliteratur

Mit viel Leidenschaft haben Ulrika Rinke und Ronald Zeug die Ausstellung organisiert.
Mit viel Leidenschaft haben Ulrika Rinke und Ronald Zeug die Ausstellung organisiert.

Ausstellung zum argentinischen „El Eternauta“ macht Halt in Rostock

svz.de von
29. August 2016, 12:00 Uhr

Das Literaturhaus Rostock zeigt derzeit die Ausstellung zum argentinischen Comic „El Eternauta“. Gestern wurde sie im Peter-Weiss-Haus eröffnet. Das Besondere daran: Es geht um ein Land, dessen Bewohner von einer Übermacht bedroht und verfolgt werden. Ein Szenario, welches knapp 20 Jahre später Autor Hector German Oesterheld und tausende Argentinier ereilte. Denn 1977 wurden sie zu Opfern der argentinischen Militärdiktatur. „Aufgrund der Biografie des Autors hat sich der Comic im Nachhinein politisch aufgeladen“, sagt Ulrika Rinke, Programmleiterin des Literaturhauses Rostock.

Auch Kuratorin Anna Kemper war bei der Eröffnung vor Ort. Mit ihrer Reportage „Auf der Suche nach der verlorenen Familie“ gab sie den Anstoß, „El Eternauta“ ins Deutsche zu übersetzen. Gemeinsam mit dem Verleger der deutschsprachigen Ausgabe, Johann Ulrich, sprach sie über den Bildband. Dass Comics schon lange nicht mehr nur für Kinder sind, zeigt diese Bildergeschichte besonders deutlich. „Comics enthalten nicht nur Witz, denn schon immer wurden auch gesellschaftliche Themen besprochen“, sagt Ronald Zeug, Inhaber der „zukünftigen Buchhandlung“. Ein weiteres Ziel der Ausstellung sei es, Comics aus ihrem bisherigen Nischen-Dasein zu befreien.

Denn neben klassischen Kunstformen wie Malerei oder Bildhauerei seien Comics schon längst als eigene künstlerische Gattung anzusehen. Daher lasse sich für die Ausstellung keine feste Zielgruppe festmachen. „Jeder, der Comics mag, ein Faible für Geschichten hat, gesellschaftskritisch aber auch medieninteressiert ist, ist hier genau richtig“, fügt Rinke hinzu. „Wir wollen die Schau einem breiten Publikum präsentieren“, ergänzt Zeug.

Für das leibliche Wohl der Besucher sorgten kleine Erfrischungen nach argentinischem Rezept. Noch bis zum 9. Oktober kann die Ausstellung besucht werden. Der nächste Halt der Ausstellung ist dann Linz in der Schweiz.

Programm

1. September: Vortrag „Argentinien aktuell“, 19 Uhr, Eintritt frei 8. September: Vortrag „Was ist eigentlich Populismus?“, 19 Uhr, Eintritt frei 15. September: Vortrag „Argentinien – ein politischer Reisebericht“, 19 Uhr, Eintritt frei 22. September: Filmvorführung „Das Mädchen – Was geschah mit Elisabeth K?“, 19 Uhr, Eintritt frei 9. Oktober: Graphic-Novel-Lesung „Kinderland“, Mawil-Verlag, 18 Uhr; alle im Literaturhaus

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