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Eisbären-Rückkehr : Churchill bereichert die Zoologie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gigant wird Hauptexponat einer studentischen Sonderausstellung, die morgen eröffnet.

Über mehr als drei Meter reckt er sich imposant in die Höhe – der Gesichtsausdruck ernst, leicht mürrisch. Churchill ist zurück in Rostock. Nachdem der Eisbär mit 34 Jahren am 26. Oktober vergangenen Jahres an Altersschwäche verstorben war, hat ihn Präparator Thomas Labahn aus Greifswald nun zurück nach Rostock gebracht – in die Zoologische Sammlung.

Labahn präpariert schon seit 13 Jahren Tiere, meist heimische Wildtiere vom Fuchs bis zum Hirsch. Aber auch schon ein kleiner Eisbär und eine Giraffe waren darunter. „Churchill ist also nicht das größte Tier, das ich bisher präpariert habe, aber sicherlich das anspruchsvollste“, sagt Labahn. Der Eisbär war den Rostockern vertraut, sie kannten ihn, seinen herben Gesichtsausdruck, sein Wesen. Und eben das hat Labahn ihm auch wiedergeben wollen. Um ihn naturgetreu zu präparieren, hat er viele Fotos studiert.

Labahn hatte Churchill selbst abgeholt, die Gerberei beauftragt und dann rund 250 Stunden an der Präparation des Giganten gearbeitet. Vom Schwanz bis zum Kopf misst das Alphamännchen 2,65 Meter, die Hinterläufe sind noch mal 40 Zentimeter lang. 560 Kilogramm hatte Churchill zu Lebzeiten auf die Wage gebracht. Der nachgebildete Kunststoffkörper und sein Fell wiegen immer noch mehr als 70 Kilogramm.

Die Mitarbeiter am Zoologischen Institut sind mehr als zufrieden. „Das ist wirklich sehr gut geworden, er wirkt imposant und mächtig“, sagt Torben Göpel. Der Doktorand betreut zusammen mit dem Diplom-Biologen Stephan Schulz ein Praxismodul für 13 Studenten des Master-Studienganges „Diversität und Evolution“. Sie haben eine Sonderausstellung zu Tieren der Polarregionen konzipiert. Eisbär Churchill wird das Hauptexponat sein, begrüßt die Besucher schon beim Eintreten. In einer Vitrine wird auch Churchills Geschichte erzählt, sein Stammbaum gezeigt – von seinen Eltern Salka und Olaf aus Rostock über seine zehn Kinder bis hin zu seinen Urenkeln. Und Churchill ist in guter Gesellschaft: Zum Titel „Dickschädel – Frackträger – kleine Leuchten“ haben die Studenten mehr als 50 Präparate zusammengestellt – von Fischen, Schnee-Eulen oder auch Kaiser-Pinguinen. 13 Themenvitrinen erzählen von den Tieren der Polarregionen, von Auswirkungen des Klimawandels, der arktischen Vogelwelt oder auch Pinguinen, den Vögeln im Frack. Der Dickschädel in der Ausstellung ist Churchill. Sein Schädel wird in einer separaten Vitrine zu sehen sein. Er selbst steht erst mal nur auf einem Sockel. Die Vitrine muss noch angefertigt werden. Die Anschaffung ist teuer und die Mittel der Zoologischen Sammlung begrenzt.

Gefördert wurde Churchills Präparation vom Verein der Freunde und Förderer der Zoologischen Sammlung und der Ospa-Stiftung. Seine Knochen sind aktuell im Stralsunder Meeresmuseum. Sie werden dort tiefengereinigt und gehen dann zurück an die Zoologie. Das Skelett aufzubauen, wird ein nächstes Großprojekt. Churchill war der Zoologie vom Zoo nach seinem Tod übergeben worden. Als Teil eines Kooperationsvertrages zwischen beiden Einrichtungen soll er dort der Lehre dienen.

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