Chemieunfall an Rostocker Schule

Ein Linienbus bringt die 16 verletzten Schüler ins Uniklinikum. Sie hatten mit ihrer Klassenlehrerin mit Salpetersäure experimentiert. Nonstopnews
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Ein Linienbus bringt die 16 verletzten Schüler ins Uniklinikum. Sie hatten mit ihrer Klassenlehrerin mit Salpetersäure experimentiert. Nonstopnews

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15. Januar 2013, 07:43 Uhr

Rostock | Wieder hat es einen Chemieunfall an einer Schule gegeben. Es war der dritte innerhalb von nur 15 Monaten - diesmal passiert bei einem Experiment im Unterricht.

Rostock: Durch den Kontakt mit Salpetersäure sind gestern in der Waldorfschule 16 Schüler leicht verletzt worden. Sie hätten leichte Verätzungen an den Händen erlitten, sagte ein Sprecher des Brandschutz- und Rettungsamtes. Die Achtklässler hätten sich einen Tropfen Säure auf die Hand aufgetragen, der dann verstrichen wurde, sagte Ute Mathey, Geschäftsführerin des Trägervereins der Waldorfschule. Vor Ort wurde zunächst Erste Hilfe geleistet, die Jugendlichen wuschen sich mehrfach die Hände. Aber die Verletzungen blieben.

Um 10.29 Uhr schließlich alarmierte die Schulleiterin das Brandschutz- und Rettungsamt. Notarzt und Rettungswagen trafen um 10.41 Uhr bei den Jugendlichen ein. Sie wurden anschließend mit einem Bus zur ambulanten Behandlung in die Universitätsklinik geschickt. Im Laufe des frühen Nachmittages konnten alle entlassen werden.

"Es war Bestandteil des Experiments, dass die Salpetersäure mit der Haut in Kontakt kam", so der Sprecher des Brandschutz- und Rettungsamtes. "Wir schließen disziplinarische Konsequenzen nicht aus", sagte Mathey.

Rheinsberg: Erst im vergangenen Monat musste eine Schule im Landkreis Ostprignitz-Ruppin evakuiert werden. Alle 94 Schüler und Erwachsenen kamen zunächst in einer Turnhalle unter und wurden später mit Bussen nach Hause gebracht. Ein Schrank mit Chemikalien war umgekippt, so dass Flüssigkeit austrat - vermutlich das giftige Formaldehyd.

Wolgast: Auch im Kreis Vorpommern-Greifswald musste eine Schule komplett geräumt worden. Im September 2011 war im Sekretariat ein Fass geöffnet worden, das Chemikalien für den Unterricht enthielt. Dabei traten giftige Dämpfe aus. Die Feuerwehr musste mit zahlreichen Spezialkräften anrücken und das Schulgelände absperren. Zwei Tage fiel der Unterricht aus.

Ein gewagtes Experiment, ein schlecht gesicherter Schrank, ein Fass mit Chemikalien im Sekretariat. Ein Sprecher des Schweriner Bildungsministeriums verwies gestern auf Anfrage unserer Redaktion auf die Richtlinie aus seinem Haus zur "Unfallverhütung und Sicherheit in den Schulen" vom Oktober 2010. Darin ist beispielsweise festgelegt, dass Lehrer beim Umgang mit Gefahrstoffen im Unterricht prüfen müssen, ob für den Unterricht alternativ Stoffe mit geringerem gesundheitlichem Risiko (Ersatzstoffe) eingesetzt werden können. "Solche Ersatzstoffe sind einzusetzen", heißt es.

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