Flugzeugwrack vor der Insel Rügen : Bundeswehr warnt Hobbytaucher

Hobbytaucher sind gewarnt. Foto: Archiv
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Hobbytaucher sind gewarnt. Foto: Archiv

Nach der Bergung des Flugzeugwracks vor der Insel Rügen wird die Fundstelle ein begehrtes Ziel für Hobbytaucher. Die Bundeswehr warnt vor Tauchgängen. Durch noch nicht gefundene Munition besteht Lebensgefahr.

svz.de von
22. Juni 2012, 12:32 Uhr

Sassnitz | Nach der Bergung eines Flugzeugwracks in der Ostsee vor der Insel Rügen wird die Fundstelle ein begehrtes Ziel für Hobbytaucher. Die Bundeswehr, die Wrackteile des Kriegsflugzeuges für seine Ausstellung im Militärhistorischen Museum aus 18 Meter Tiefe geborgen hatte, warnte angesichts von entsprechenden Kommentaren im Internet gestern vor Tauchgängen von Sport- und Hobbytauchern.

Es bestehe Lebensgefahr, sagte der Sprecher des Museums, Sebastian Bangert, in Dresden. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Munition noch verborgen unter dem Schlick an Bord befindet." Dass bisher keine Munition gefunden worden sei, liege "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" lediglich daran, dass die Pioniertaucher noch nicht in den entsprechenden Bereich vorgedrungen seien.

Die Bundeswehr hatte die Bergungsarbeiten rund zehn Kilometer östlich von Rügen vor einer Woche beendet. Das Wrack wurde nicht vollständig gehoben. Erst zum Ende der rund zweiwöchigen Arbeiten hatte sich herausgestellt, dass es sich bei dem Kriegsflugzeug nicht wie vermutet um eine JU 87 (Stuka), sondern um einen deutlich größeren Flieger - vermutlich eine JU 88 - handelt. Die geborgenen Wrackteile werden jetzt von Restauratoren aufgearbeitet.

Der Bundeswehr-Sprecher verwies darauf, dass die Bundeswehr-Taucher im Gegensatz zu den Hobbytauchern ausgebildete Kampfmittelräumer seien und Bomben und Granaten sofort erkennen könnten. In dem Wrack hatte die Bundeswehr zudem menschliche Überreste entdeckt.

Bei dem Wrack handelt es sich um Bundesbesitz. Die Bundeswehr schloss deshalb rechtliche Schritte nach illegalen Tauchgängen nicht aus. Teile, die entwendet werden und unfachmännisch konserviert würden, würden dem Verfallsprozess preisgegeben. "Dies wären Umstände, die wir nicht dulden werden", sagte Bangert.

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