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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 06:09 Uhr

Trendwende in MV : Büros gehen weg wie warme Semmeln

vom

Bewegung auf dem Büromarkt: Nach einer langen Durststrecke zeichnet sich für das letzte Jahr eine wahre Explosion auf dem Mietmarkt ab. Das Ergebnis: Nur noch sechs Prozent der Buroflächen stehen in Rostock leer.

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2012 | 09:06 Uhr

Rostock | Bewegung auf dem Büromarkt: Nach eine langen Durststrecke seit 2005 zeichnet sich für das letzte Jahr eine wahre Explosion auf dem Mietmarkt ab. "2011 vermieteten wir statt wie sonst 8000 etwa 15 000 bis 16 000 Quadratmeter", berichtet der Rostocker Gewerbe-Immobilien-Makler Wolfram Porath. Porath-Immobilien ist einer der größten und langjährigsten Wettbewerber auf dem Rostocker Vermietermarkt - seit 1991 im Geschäft. "Im letzten Jahr haben wir einen ordentlichen Sprung gemacht, was die Vermietung von Büros betrifft. Und das nicht zu Niedrig-Mieten", sagt der Unternehmer. Zwischen 8,20 und neun Euro kostet der Quadratmeter bei Neuvermietungen.

Porath schätzt, dass bei etwa einer Million Quadratmeter Bürofläche in Rostock nur noch sechs Prozent leerstehen. "Der Markt ist fast leergefegt." Zahlreiche Mieter seien neu nach Rostock gekommen. Aus anderen Städten des Landes hört man ähnliche Stimmen. Auch Tom Hübner, Chef von RE/MAX Profi Immobilien, bestätigt den Trend: "Büros werden zur Mangelware." Auch bei der IHK zu Schwerin wird inzwischen von "seltenen Leerständen" berichtet, so Geschäftsbereichsleiterin Angela Preuß.

Noch im vergangen Jahr listete der Immobilienverband Deutschland, in dem Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen versammelt sind, für den Norden in Rostock zehn, in Schwerin zehn, in Neubrandenburg 25 und in Wismar ebenfalls 25 Prozent Leerstand von Büros ab. Zum Vergleich: Hamburg und Lübeck hatten ebenfalls zehn, Kiel sechs und Flensburg gar 20 Prozent Leerstand. Die Entwicklung für 2011 im Norden wird derzeit gerade erhoben. "Die Bürovermietung und die Mietpreise sind ein Spiegel der Wirtschaftskraft der Region", sagt Peter-Georg Wagner vom Immobilienverband Nord. Er berichtet, dass sich Rostock inzwischen über Kiel eingruppiert, Schwerin und Neubrandenburg dagegen darunter. "Rostock ist ein attraktiver Standort", so Wagner. Gewerbe-Immobilen-Makler Porath warnt inzwischen schon: "Ein gewisser Leerstand muss sein für einen gesunden Markt."

Deutschlandweit ist in den letzten 20 Jahren der Büroleerstand jedoch zu einem sichtbaren Problem in vielen Städten geworden. Lag die Leerstandsrate 1990 in den 125 größten Deutschen Städten noch bei einem Prozent, so wuchs sie bis 2010 auf 7,5 Prozent. Zwei Gründe: Der Zusammenbruch der New Economy zog einen Zusammenbruch des Büromarktes nach sich. Und die Ansprüche von Mietern an energieeffiziente Büros wuchsen.

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