KITA-DEBATTE : Bürgerschaft soll Erziehern helfen

Von der Kita ins Rathaus: Anke Schumacher, Dorith Sass, Sylvia Prosch (v .l.) und andere Kollegen überreichten Bürgerschaftspräsident Dr. Wolfgang Nitzsche gestern die Petition persönlich. Foto mikl
Von der Kita ins Rathaus: Anke Schumacher, Dorith Sass, Sylvia Prosch (v .l.) und andere Kollegen überreichten Bürgerschaftspräsident Dr. Wolfgang Nitzsche gestern die Petition persönlich. Foto mikl

Kita-Fachkräfte sprechen bei Wolfgang Nitzsche vor

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27. Januar 2016, 10:00 Uhr

Wolfgang Nitzsche (Linke) hat gestern Vormittag reichlich Damenbesuch empfangen. Rostocks Kindertagesstätten entsandten jeweils eine Erzieherin in das Rathaus, um dem Präsidenten der Bürgerschaft in einer Petition ihre Anliegen vorzutragen. Vorrangig war die Bitte, die Personalschlüssel, die in den Satzungen durch die Bürgerschaft geändert und beschlossen werden können, anzupassen.

„Das ist heute der erste Schritt, Änderungen zu bewirken“, sagte Daniel Toprogge von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Der Referent für den Kita-Bereich begleitete die Erzieherinnen und einen Erzieher als Sprecher ins Rathaus. „Wir möchten heute auf den Personalmangel in Krippen, Kindergärten und Horten der Hansestadt Rostock aufmerksam machen“, sagte Toprogge. Neben der ohnehin schon angespannten Personallage würde auch die Integration das Kita-Personal vor besondere Herausforderungen stellen, denen man mit Weiterbildungen und zusätzlichen Fachkräften begegnen müsste. Nur so könne verhindert werden, dass alle Kinder – auch die ohne Migrationshintergrund – auf Dauer nicht benachteiligt werden.

Der Betreuungsschlüssel des Kinderförderungsgesetzes wäre in MV ebenfalls dringend zu ändern. ,,Wir brauchen eine Umverteilung der Mittel, wo nicht die Eltern und die Stadt, sondern das Land die Ausgleichskosten übernimmt“, so Toprogge.

Außerdem seien Erzieherinnen und Erzieher nach ihrer anspruchsvollen Ausbildung an Fach- oder Hochschulen unzufrieden. Das Deutsche Rote Kreuz zahle als Kita-Träger beispielsweise im Vergleich zu anderen Bundesländern und Trägern über 20 Prozent weniger. „Die Leitwährung der Bezahlung für den Sozial- und Erziehungsdienst ist der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst, und da liegen die Gehaltsstufen 500 bis 800 Euro über den derzeitigen Rostocker Gehältern“, sagte Toprogge. Bürgerschaftspräsident Nitzsche möchte jetzt Struktur in die Angelegenheit bringen, da die meisten Anliegen überregional, beispielsweise über die Sozialdezernenten und Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), geregelt werden müssten. „Die Vorschulerziehung wird teurer, da sollte es eine Entscheidung des Landes geben“, so Nitzsche. Allerdings möchte er die Angelegenheit der Bürgerschaft vortragen und es solle beraten werden, inwieweit die Hansestadt Rostock zu Verbesserungen der Situation beitragen könne.

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