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Diedrichshäger Land : Bürgerschaft lässt Baugebiet prüfen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Investor will im Landschaftsschutzgebiet bis zu 150 Häuser errichten

von
erstellt am 09.Okt.2015 | 15:00 Uhr

Im Landschaftsschutzgebiet Diedrichshäger Land könnte nun doch ein Neubaugebiet entstehen. Die Bürgerschaft hat am Mittwoch einer Prüfung zugestimmt. „Das ist keine Entscheidung darüber, ob dort gebaut wird oder nicht – wir wollen nur geprüft haben, ob eine Bebauung am Standort überhaupt möglich ist“, sagt Dr. Malte Philipp, der den entsprechenden Antrag als UFR/FDP-Fraktionschef eingebracht hatte.

Investor Jens Gienapp plant auf dem 351 000 Quadratmeter großen Gebiet zwischen Solaranlage und Golfplatz den Neubau von 60 bis 150 Häusern. Dazu allerdings müssen der Flächennutzungsplan geändert und der Schutzstatus aufgehoben werden. Außerdem müssen die Bevölkerungs- sowie Haushalts- und Wohnraumprognose aktualisiert werden, um den Bedarf für das Neubaugebiet nachzuweisen.

Schon jetzt sind in Rostock drei Flächen für Häuslebauer in Planung – zwei in Biestow und eine in Gehlsdorf. „Alle drei werden deutlich vor dem Gebiet in Diedrichshagen baureif sein“, sagt Chefstadtplaner Ralph Müller. Die Wiro, die Gienapp laut Bürgerschaftsbeschluss als Partner einbeziehen müsste und das auch will, befürwortet den Standort. „Solche Gebiete gehören an beiden Enden der Stadt ausgewiesen“, sagt Unternehmenschef Ralf Zimlich. „Wir führen die Gewinne gerne an die Stadt ab.“ Die Erschließung könne bis zu zehn Millionen Euro in die Rostocker Kasse spülen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Grünen und die Fraktion Rostocker Bund/ Graue/Aufbruch 09 lehnen die Bebauung trotzdem ab. „Wir wollen das Landschaftsschutzgebiet nicht nur aus ökologischen Gründen, sondern auch für Erholung und Tourismus erhalten“, sagt Sabine Krüger von den Grünen. Aus ihrer Sicht sind die beiden Gutachten, die der Investor vorgelegt hat, lückenhaft. Diese waren zu dem Schluss gekommen, das als Acker genutzte Gebiet erfülle die Kriterien für ein Landschaftsschutzgebiet nicht. Gutachterin Kirsten Fuß: „Der Status zielt eigentlich auf eine besondere historische Nutzung und besondere naturräumliche Werte ab – all das konnten wir nicht finden.“

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