Rostock : Bürgerschaft entscheidet über Zukunft des Mau

Betreiberverein bekommt Rückhalt vom Kulturausschuss / Petition zählt 6178 Unterschriften

svz.de von
28. November 2014, 12:00 Uhr

6178 Menschen haben online eine Petition für den Mau-Club unterschrieben – in nur einer Woche. Die Bürgerschaft muss am 3. Dezember entscheiden, wie viel ihnen das wert ist und ob sie dem betreibenden Verein Zabrik die zusätzlichen Fördermittel von 43 000 Euro zuspricht, nachdem der Oberbürgermeister sie kürzlich versagt hatte. Der Kulturausschuss hatte sich dazu positioniert und in dieser Woche einen Antrag an die Bürgerschaft gestellt. Ihr Beschlussvorschlag sieht vor, einen Mehrbedarf zu gewähren. Im Budget des Kulturamtes seien noch Haushaltsmittel für Kulturförderung in Höhe von 42 550 Euro, so Susan Schulz (Grüne).

Der Club leiste einen wichtigen Beitrag zur Jugendkulturarbeit der Stadt und habe viele nicht kommerzielle Angebote wie Bandprojekte und Workshops. Zudem habe der Verein sechs Auszubildende. „Dieser mehrheitliche Antrag hat uns Rückhalt gegeben, gezeigt, dass wir nicht allein stehen“, sagt Matthias Holz vom Vereinsvorstand. Enormen Aufwind habe auch der Zuspruch der Petition ins Mau gebracht. Menschen aus MV, ganz Deutschland und der Welt sprechen sich darin für den Club und Verein aus, so Holz. „Wir geben nicht auf“, sagt er.

Zabrik bekommt jährlich 144 000 Euro freie Kulturförderung. Davon fließen 115 000 Euro in Miete und Betriebskosten, 136 000 Euro in Personal. 220 000 Euro fallen für Gagen, Catering und Unterkünfte der Musiker, Versicherung oder auch Gema an. Halten kann sich der Verein durch die Konzerteinnahmen. Das Minus bleibt aber. Es lag im letzten Jahr bei 36 000 Euro, die die Stadt ausglich. Für 2015 hat der Vorstand direkt mehr Fördermittel beantragt. Wird ihm jetzt der Mehrbedarf für 2014 gewährt, fließt das Geld an den Vermieter, den städtischen Eigenbetrieb für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). Dem zahlt Zabrik seit August keine Miete mehr, wie der Vorstand bestätigt, um die anderen Kosten decken zu können. Für die Zukunft hofft der Verein, dass die Stadt die Mieten für geförderte Kultureinrichtungen – wie auch die Bühne 602 – vom KOE anpassen lässt. Miete sei oft die einzige Stellschraube zum Sparen.

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