beteiligung : Bürger wollen grünen Wall

Ortsbegehung: Professor Stefan Pulkenat (r.) erklärt den Bürgern die geplanten Umbaumaßnahmen an der Dreiwallbastion. Fotos: Tohi
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Ortsbegehung: Professor Stefan Pulkenat (r.) erklärt den Bürgern die geplanten Umbaumaßnahmen an der Dreiwallbastion. Fotos: Tohi

Rostocker reden bei Sanierung der Dreiwall- und Heubastion mit – und fordern Bäume statt Sichtachsen

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12. August 2015, 15:00 Uhr

Bei der Umgestaltung der Dreiwall- und Heubastion in den Wallanlagen soll möglichst viel Grün erhalten bleiben. Das wünschte sich gestern die Mehrzahl der Teilnehmer des Bürgerforums im Kulturhistorischen Museum. Sie fürchten, dass nach dem Vorbild des bereits sanierten östlichen Walleingangs zu viel Beton verbaut werden könnte und dass Bäume und Büsche weichen müssen.

„Mit relativ hohem Geldeinsatz wird ein relativ hohes Maß an Grün zerstört“, sagt Ulrich Söffker vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Insgesamt sollen in den nächsten beiden Jahren rund 3,5 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln in die Sanierung fließen. Geplant sind beispielsweise zwei Aussichtspunkte auf den beiden oberen Ebenen der Dreiwallbastion. Die Steilhänge sollen weitgehend von Bäumen befreit und mit kleineren Pflanzen und Gräsern bepflanzt werden. Nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch, um die originäre Festungsanlage zu betonen und freie Sichtachsen in die Stadt zu gewährleisten.

„Die Festungsanlagen sind die bedeutendsten und größten in ganz MV“, sagt Prof. Stefan Pulkenat, der die Vorlage für den Umbau der Dreiwallbastion liefert. Er sieht dringenden Handlungsbedarf. Denn die gesamte Anlage sei stark zugewuchert, unter anderem hätten sich Efeu und Spitzahorn breitgemacht. Das sei zum einen problematisch für die Grünpfleger, zum anderen für die Artenvielfalt. Denn insbesondere der Ahorn nehme anderen Pflanzen das Licht.

Und auch an den Bauwerken wie der Treppe zur Teufelskuhle gebe es große Schäden, beispielsweise durch Betonfraß. Das gilt auch für die Treppe zur Heubastion. Sie soll künftig um die Ecke geführt werden und auf Pfeilern stehen. Die Fernwärmeleitung hingegen soll unter die Erde verlegt werden. Auf der Bastion selbst sind Stauden und Gräser vorgesehen, umgeben von acht Sitzbänken.

Insbesondere die geplanten Baumfällungen zur Herstellung von Sichtachsen stießen bei den Teilnehmern des Forums auf massive Kritik. „Das leuchtet mir gar nicht ein“, sagt beispielsweise Claudia Schulz. Aus ihrer Sicht entstehe „eine Einöde, die für Natur und Menschen keine Vielfalt mehr bietet“. Auf die Bedürfnisse der Bewohner – Naherholung – werde zu wenig Wert gelegt. Das Hauptproblem stellt für die Bürger allerdings die schon jetzt mangelnde Pflege der Anlage dar. Werde sie künftig nicht verbessert, sei die Sanierung wertlos.

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