Wohngebiet in Kösterbeck : Bürger reichen Petition ein

Die Initiatoren der Petition Doris Scheffler (v. l.), Henrik Holtz, Kerstin und Peter Georgi schildern Dietmar Bartsch (Linke) ihr Anliegen und die aktuelle Situation vor Ort.
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Die Initiatoren der Petition Doris Scheffler (v. l.), Henrik Holtz, Kerstin und Peter Georgi schildern Dietmar Bartsch (Linke) ihr Anliegen und die aktuelle Situation vor Ort.

Unterschriftensammlung der Bürgerinitiative stößt auf große Resonanz – auf auf oberster Politik-Ebene.

svz.de von
12. April 2018, 05:00 Uhr

Vier Wochen haben die Bürger der Gemeinde Roggentin Zeit gehabt, sich an der Bürgerinitiative gegen die Pläne, auf den Wolfsberger Seewiesen in Kösterbeck ein Wohngebiet zu errichten, zu beteiligen. Am Montag überreichten die Initiatoren bei der Gemeindevertretersitzung die Petition dem Bürgermeister Erhard Bünger. „Es sind insgesamt 1428 Unterschriften zusammengekommen, davon 640 allein schon aus der Gemeinde. Damit haben wir das Sammelziel sogar übertroffen. Das zeigt, wie sehr sich die Bürger gegen die Pläne sträuben“, sagt Doris Scheffler, Mitglied der Initiative. Unterstützung und Zustimmung erhält diese auch von Dietmar Bartsch (Linke), Mitglied des Bundestages. Der Politiker war gestern vor Ort und verschaffte sich einen Überblick über die aktuelle Lage.

Hintergrund der Petition ist die geplante Schaffung eines 30 000 Quadratmeter großen Wohn-Areals in einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) hinter der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG). „Wir haben hier ausreichend Bauland, darum verstehen wir nicht, warum gerade diese Fläche bebaut werden soll. Uns geht es bei dieser Aktion um den Erhalt des LSG, denn es besteht hier eine wertvolle sowie besondere Flora und Fauna, die geschützt werden muss“, erklären Scheffler und Gemeindevertreter Peter Georgi.

Der Bürgermeister muss nun die Petition dem zuständigen Amt Carbäk überreichen. Dieser soll das Papier laut Bürgerinitiative jedoch anzweifeln und zeige sich uneinsichtig. „Der Bürgermeister ist der Ansicht, dass Zahlen falsch seien und deshalb die Petition ohne Wert ist. Wir sehen das nicht so, da sie nicht auf die Anzahl der möglichen Wohnbebauung festgelegt wurde“, so Scheffler.

Die Gegner der Bebauungspläne sind der Auffassung, dass der Bürgermeister persönliche Interessen verfolge und den Willen der Einwohner missachte. Der Bürgermeister war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Den Initiatoren und Einwohnern der Gemeinde Roggentin liegt nicht nur der Schutz des Gebietes am Herzen – sie befürchten zudem, dass im Falle der Aufhebung des Bebauungsverbotes des LSG weitere Ansprüche gestellt und das gesamte Gebiet zugebaut werden könnte.

„Als Mecklenburger habe ich natürlich Interesse an den Vorgängen hier im Land. Gerade dann, wenn wie hier Einzelinteressen über die der Gemeinde in den Vordergrund gestellt werden“, erklärte Bartsch bei dem Treffen.

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