Rostock : Bürger planen ihre Stadt

In die Rolle eines Stadtplaners schlüpft Ulrich Kranz. Er soll im Planspiel einen neuen Stadtteil entwickeln.
In die Rolle eines Stadtplaners schlüpft Ulrich Kranz. Er soll im Planspiel einen neuen Stadtteil entwickeln.

65 Hansestädter beteiligen sich am Workshop zum Thema Wohnen im Innerstädtischen Gymnasium.

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21. März 2018, 08:00 Uhr

Einmal in die Rolle eines Stadtplaners schlüpfen und ein Viertel ganz nach seinem Geschmack erstellen, das konnte gestern der Rostocker Ulrich Kranz. Er nahm zusammen mit rund 65 anderen Hansestädtern am Workshop zum Thema Wohnen im Innerstädtischen Gymnasium teil, mit dem die Verwaltung den neuen Flächennutzungsplan vorbereiten will. Vier weitere Workshops werden folgen.

In ihrem Planspiel sahen sich Kranz und Co. mit den Herausforderungen der Profis konfrontiert: Wie viele Menschen sollen im Stadtteil unterkommen? Welche Wohnformen für welche Altersgruppen sind erwünscht? Wie sollen Energieversorgung und Verkehrserschließung sichergestellt werden? Welche soziale Infrastruktur wie Kitas oder Schulen wird benötigt? Für Kranz ist unter anderem wichtig, ein so großes Gebiet zu schaffen, „dass die Straßenbahn dort wirtschaftlich betrieben werden kann“. Die Gruppe einigt sich auf 13 000 Einwohner. Oder sollten nicht doch lieber mehrere kleine Wohnviertel anstelle eines großen entstehen?

Die persönlichen Vorlieben sind dabei jeweils ganz unterschiedlich. Stefanie Busch beispielsweise sagt: „Es sollte mehr gemeinschaftliche Wohnprojekte geben.“ Das schaffe Abhilfe gegen die Anonymität der Großstadt. Lars Berger legt vor allem Wert „auf das Grün“. Kombinationen wie die historische Stadtmauer links der L 22-Stadteinfahrt und des Parkhauses rechts davon „sehe ich eher abschreckend“, sagt er. Das Parkhaus stößt auch Burkhard Rohde sauer auf. Für ihn stelle sich die grundsätzliche Frage, „ob Rostock wirklich in der Bevölkerung wächst“. Studien würden das Gegenteil beweisen.

Stadtplaner Ralph Müller: „Wir wachsen.“ Die genaue Zahl sei eher nebensächlich. Es laste gewaltiger Druck auf dem Markt, Rostock benötige daher mehr Wohnraum mit allem, was dazugehört. Müllers Ziel ist es, mithilfe der Workshop-Ideen und bisherigen fast 1000 Online-Vorschläge bis September sieben Szenarien zu erstellen. Nach erneuter Diskussion sollen diese bis Jahresende auf ein bis zwei Szenarien schrumpfen. Die nächsten Runden befassen sich mit den Themen Wirtschaft (morgen), Umwelt (5. April), Mobilität (10. April) und Soziales (16. April).

Im Internet: www.zukunftsplan-rostock.de

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