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12. Dezember 2017 | 19:15 Uhr

Bürger fordern Grün am Kanonsberg

vom

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erstellt am 29.Dez.2011 | 07:56 Uhr

Rostock | Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund) und die Bürgerinitiative Haedgestraße fordern eine Wiederbepflanzung des Kanonsbergs - und das nach der aufwändigen Umgestaltung, die nach einjähriger Bauzeit am 19. Januar 2011 endete.

Die Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) wollte mit den baulichen Maßnahmen der Fischerbastion eigentlich ihren Glanz zurückgeben und das Denkmal aufwerten. Doch stattdessen empfinden viele Rostocker den Kanonsberg nun als einen Schandfleck der Stadt. Nachdem für die Umgestaltung zunächst Bäume gefällt werden mussten, sollten hier später neue gepflanzt werden. Doch es ist an vielen Stellen kahl geblieben. Statt üppigem Grünwuchs finden Spaziergänger heute eine zugepflasterte Aussichtsplattform. Zusätzliches Ärgernis für viele Bürger sind auch die verkohlten Flächen auf dem Hang. Im Januar und April 2011 brannte es dort gleich zweimal, da die verbauten Kokosplatten in der Verbindung mit Trockenheit leicht entzündlich sind. Bis heute wurden diese Stellen nicht behandelt und sind mittlerweile wieder leicht bewachsen.

Nicht nur Einheimische ärgern sich über diesen Anblick, sondern auch Touristen stören sich daran. Wencke Lorenz kommt zum Beispiel seit vielen Jahren immer um die Weihnachtszeit in die Hansestadt und blickt von ihrem Hotel aus auf den Kanonsberg. "Das ist einfach nur scheußlich", so die 44-Jährige. Früher sei es viel schöner gewesen und ein richtiger Park. Sie bemängelt, dass eine der wenigen grünen Flächen in Rostocks Mitte zerstört wurde. "Ich wünsche mir, dass hier bald wieder viele große Bäume stehen, denn so, wie es jetzt ist, finde ich es hässlich", so Lorenz. Diese Meinung teilt Volker Helm von der Bürgerinitiative Haedgestraße. Er sagt: "Es gab damals überall auf dem Hügel Vogelgezwitscher, das heute verstummt ist."

Vor drei Jahren herrschte überwiegend Optimismus hinsichtlich der geplanten baulichen Maßnahmen. RGS-Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm sagte 2008, er wolle Ordnung in die Unordnung bringen und das Areal nach historischem Vorbild wieder herrichten. Doch die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Die geplante Lichtung stieß auf Widerstand. Helm sagt: "Wir hatten 400 Unterschriften gegen die Rodung eingereicht, konnten uns aber gegen die Denkmalpflege, die RGS und das Grünamt nicht durchsetzen." So wurde das Projekt wie geplant in Angriff genommen, das aus Städtebaufördermitteln mit mehr als zwei Millionen Euro finanziert wurde. Fast unbemerkt wurde die Fischerbastion Anfang des Jahres übergeben. Feierlichkeiten hatte es nicht gegeben, denn so richtig zufrieden war die Stadt mit dem Ergebnis scheinbar nicht.

Regina Möller vom Bund sagt: "Von der Stadt bekommen wir die Auskunft, der Kanonsberg sei quasi ein Unfall gewesen." Sie ist darum der Meinung, dass die Stadt das Areal wieder in einen naturnäheren und ansehnlichen Zustand versetzen soll. Das lehnt der Leiter des Rostocker Grünamtes, Dr. Stefan Neubauer, jedoch bislang ab, so Möller. Die Bürgerinitiative Haedgestraße will gemeinsam mit dem Bund weiter dafür streiten.

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