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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 16:12 Uhr

Volkstheater : Bürger diskutieren Theater-Standort

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Christinenhafen oder Bussebart – gute Argumente gibt es für beide Varianten

von
erstellt am 20.Jan.2015 | 10:00 Uhr

Christinenhafen oder doch Bussebart? Am Montag haben die Rostocker im Rathaus die Vor- und Nachteile der beiden möglichen Theaterstandorte abgewogen. Einig wurden sie sich dabei nicht. „Es ist nicht zu übersehen, dass es Kontroversen um beide Standorte gibt“, sagt Olaf Kobiella vom Architektenteam, das bei dem städtebaulichen Wettbewerb für das 13 Hektar große Areal als Sieger am Bussebart hervorgegangen war.

Reibungspunkte gibt es aber nicht nur bei der Theaterfrage, sondern auch bei der Querung der Barriere L 22, bei der Parkplatzfrage, bei der künftigen Nutzung des Bussebarts oder bei der Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr. Uwe Hempfling vom Agenda 21 Rat: „Als Übergang für die L 22 brauchen wir nicht eine große Lösung an einer Stelle, sondern viele kleine, wie die Verkehrsinseln in der August-Bebel-Straße.“ Dafür erntete er prompt Widerspruch anderer Redner.

Herzstück der Diskussion blieb aber trotz allem der Theaterstandort. „Rostock ist eine Stadt am Wasser und wir müssen eine kulturelle Meile für die Zukunft denken“, so Peter Baumbach, Anhänger des Christinenhafens. Dort kommt der Neubau für Theater-Geschäftsführer Stefan Rosinski aber überhaupt nicht in Frage. „Wir haben ein Ausschlusskriterium: Den ÖPNV im Stadthafen. Das geht absolut nicht, dass betagtes Publikum im Winter bis zum Wasser laufen muss.“ Diese Sicht teilt auch Antje Jonas vom Theaterförderverein: „Es ist ganz wichtig, dass ein Stadttheater sich nur legitimieren kann, wenn es sich im Herzen der Stadt etabliert.“ Und das sei der Bussebart, wo das Haus täglich gesehen und genutzt werde.

Während drinnen heiß debattiert wurde, versammelten sich draußen 60 Schausteller mit gelben Warnwesten. Zwei Kräne zeigten ein riesiges rotes Banner „Für den Weihnachtsmarkt, so wie er ist“. Wenn das Theater auf dem Bussebart entstünde, müsste die Kirmes mit den Fahrgeschäften direkt ans Wasser umziehen. „Das ist keine Alternative – zu weit weg von den Buden, zu kalt, zu windig“, sagt Peer Hamberger, der reisende Gastronomie auf den Markt bringt.

„Wo ein Theaterstandort sinnvoll ist, kann ich nicht einschätzen“, sagt auch Heiko Lange von der Großmarkt GmbH, „aber ich weiß, wie Märkte funktionieren – und der Weihnachtsmarkt funktioniert im Stadthafen nicht.“ Wo der Bühnenneubau am Ende platziert wird, darüber entscheidet die Bürgerschaft – auch unter Auswertung des Forums vom Montag.

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