Rostock : Bündnis fordert billigere Fahrkarten

Gegen Fahrpreiserhöhungen demonstrierten etwa 80 Bürger auf dem Doberaner Platz. Fotos: christine zimmermann
1 von 2
Gegen Fahrpreiserhöhungen demonstrierten etwa 80 Bürger auf dem Doberaner Platz. Fotos: christine zimmermann

Etwa 80 Demonstranten protestieren auf dem Doberaner Platz gegen Preiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr

svz.de von
24. November 2014, 10:00 Uhr

Das Bündnis „Straßenbahn für alle“ hat am Sonnabend auf dem Doberaner Platz gegen Fahrpreissteigerungen im öffentlichen Nahverkehr demonstriert. „Mit dieser Kundgebung wollen wir sagen: Für uns ist das Maß voll und wir nehmen es nicht länger hin“, sagt Jarne Hennings, Sprecher des Bündnisses.

Die etwa 80 Demonstranten befürchten eine Preissteigerung der Einzelfahrkarte auf zwei Euro. Zugleich fordern sie die Einführung eines neuen Sozialtickets, um auch einkommensschwachen Rostockern die Nutzung der Straßenbahnen und Busse zu ermöglichen. „Die zwei Euro sind eine symbolische Grenze“, sagt Hennings und ergänzt: „Für viele Menschen sind die Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr dann nicht mehr bezahlbar.“ Betroffen seien nach Angaben von „Straßenbahn für alle“ vor allem Schüler, Studenten Familien, Flüchtlinge und Erwerbslose. Durch die steigenden Mieten würden ohnehin immer mehr Rostocker aus der Innenstadt an den Stadtrand gedrängt. Mit noch teureren Tickets sei für die Mehrzahl von ihnen die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr zu finanzieren.

Auch Familie Schirm spricht sich gegen eine Preiserhöhung aus. „Wir bezahlen mittlerweile etwa 200 Euro im Monat“, sagt Mutter Annett. Im Sommer greift die Familie hauptsächlich auf das Rad zurück, aber bei Schnee und Glätte im Winter ist das Fahren mit der Bahn sicherer. „Gerade Familien sind von dieser Preiserhöhung betroffen“, sagt sie. Deshalb ist es für die 37-Jährige und ihren Mann selbstverständlich, das Bündnis zu unterstützen.

In mehreren Redebeiträgen wurde auf die Abhängigkeit der Rostocker von Bus und Bahn hingewiesen. Auch Julia, Studentin an der Universität Rostock, vertritt diese Ansicht in Gesprächen mit Passanten. „Ich finde, der Nahverkehr in Rostock sollte für alle erschwinglich sein, schließlich sind die Menschen der Stadt auf ihn angewiesen“, so die 19-Jährige. Sie kritisiert auch eine fehlende öffentliche Diskussion über das Vorgehen der Rostocker Straßenbahn AG. Das Bündnis kündigte an, solidarisch zu bleiben und weitere Aktionen zu organisieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen