"Büchner": Konzept liegt vor

<strong>Rost</strong> nagt an der 'Georg Büchner' - gibt es noch eine Chance, das Denkmal zu sanieren? Fotos: Georg Scharnweber
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Rost nagt an der "Georg Büchner" - gibt es noch eine Chance, das Denkmal zu sanieren? Fotos: Georg Scharnweber

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01. Mai 2013, 04:55 Uhr

Rostock | Die "Georg Büchner" als Veranstaltungsort, mit Arbeitsräumen für Kreative und Start-up-Unternehmen im Trockendock des Museumshafens Antwerpen. So sieht das Nutzungskonzept der Belgier aus, die die ehemalige "Charlesville" aus Rostock zurück in ihren ersten Heimathafen holen und dort als Denkmal erhalten wollen. Am Montagabend reichten sie ihr umfangreiches Papier bei der Landesdenkmalbehörde, dem städtischen Denkmalamt und dem Konkursverwalter des Vereins ein. Damit erfüllten sie die zeitliche Frist, die Insolvenzverwalter Dr. Tobias Schulze vorgegeben hatte - nicht aber die anderen seiner zahlreichen Bedingungen.

Anders als von Schulze gefordert, will der belgische Interessenverband rund um Eric van Hooydonk keine Zwei-Millionen-Euro-Bankbürgschaft über einen Denkmalerhalt vorlegen und auch keinen Abschlag in Höhe von 250 000 Euro zahlen. "Auch deshalb habe ich mich entschlossen, die Genehmigung über die Verholung zu beantragen", so Schulze. Er will nun, dass die Agent Ventures Limited als ursprüglicher Käufer, die "Georg Büchner" bekommt. Sie will 900 000 Euro für das Schiff zahlen und es dann in Litauen verschrotten lassen.

Doch bevor die "Büchner" abgewrackt werden kann, müssen die Denkmalbehörden zustimmen. Beim städtischen Amt für Denkmalpflege ist noch kein Antrag zur Verschrottung eingegangen. "Wir haben bislang nur das Erhaltungskonzept der Belgier bekommen, das wir jetzt prüfen müssen. Unter diesen Bedingungen würde einem Verschrottungsantrag nicht zugestimmt werden", sagt die Stadtkonservatorin Uta Jahnke.

Der Leiter des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Michael Bednorz, hält das Nutzungskonzept der Belgier für überzeugend. "Allerdings liegen die Kosten für die Instandsetzung etwa bei elf Millionen Euro, für die die Finanzierung nicht geklärt ist." Er drängt außerdem darauf, dass die Frage nach der Verantwortlichkeit und Haftung geklärt sein muss, bevor die Belgier das Schiff bekommen können.

Sie wollen das Schiff mit Stichtag 1. Mai für einen Euro übernehmen und es dann schnell nach Antwerpen holen. In der Zwischenzeit wollen sie sich um die teure Bewachung selbst kümmern. Bei Liegegebühren und sonstigen Kosten bis zur Verholung setzen sie auf ein Entgegenkommen des Landes und der Hansestadt.

Doch die Unterstützung aus dem Rathaus für das maritime Denkmal klingt bislang eher verhalten: "Es gibt Hoffnung für den Erhalt der ,Georg Büchner’. Allerdings setzt das Insolvenzverfahren einen zeitlichen Rahmen, der nicht außer Acht gelassen werden kann. Das setzt alle Beteiligten unter Handlungsdruck", sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos).

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