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Rettung für Rostocker Schiff : "Büchner": Angebot aus Flandern

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Belgische Denkmalschützer arbeiten an einer Rettung des Frachters "Georg Büchner" - aber es könnte eine Rettung in letzter Sekunde werden. Eine Delegation aus Flandern nahm das ehemalige Kongoboot nun unter die Lupe.

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erstellt am 24.Apr.2013 | 10:47 Uhr

Rostock | Belgische Denkmalschützer arbeiten an einer Rettung des Frachters "Georg Büchner" - aber es könnte eine Rettung in letzter Sekunde werden. Über das Wochenende war eine Delegation des Dachverbandes "Watererfgoed Vlaanderen" ("Wassererbe Flandern") in Rostock, um das im Stadthafen vertäute ehemalige Kongoboot zu untersuchen. Die Delegation, zu der auch ein nicht näher genannter Privatinvestor, drei technische Experten und ein Fotograf gehörten, will noch in dieser Woche einen ersten Bericht über den Zustand des Schiffes vorlegen. Dabei sollen nach Angaben des Verbandes auch das Vorkommen von Asbest und die Höhe der Kosten für eine mögliche Sanierung eingeschätzt werden.

Flämischer Vize-Premier macht Druck bei der Landesregierung

Die "Georg Büchner" ist indessen immer noch akut von der Verschrottung bedroht. Weil der Förderverein Traditionsschiff Rostock das Schiff nicht mehr unterhalten, geschweige denn sanieren konnte, wollte er es 2012 an die auf den Seychellen registrierte Firma Agent Ventures Limited zur Verschrottung verkaufen. Der Deal platzte, nachdem sich deutsche Denkmalschutzbehörden eingeschaltet hatten. Mittlerweile ist der Verein pleite und die "Büchner" fällt in die Insolvenzmasse. Sollte sich kein anderer Käufer finden, der das Schiff erhalten will, könnte die Agent Ventures Limited doch noch zum Zug kommen. Noch Anfang des Monats hatte der Leiter des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege, Dr. Michael Bednorz, gesagt: "Entscheidend ist, wie viele Interessenten tatsächlich nach Rostock kommen und sich ein Bild von der ,Büchner’ verschaffen."

"Watererfgoed Vlaanderen" war nun da und drängt bei den deutschen und flämischen Behörden auf eine realistische Vorbereitungszeit. "Erstmals seit vielen Jahren gibt es eine ernsthafte Perspektive auf den Erhalt des Schiffs mit einer erheblichen Privatinvestition", sagt Vorsitzender Eric van Hooydonk. Plänen des Dachverbandes zufolge könnte das Schiff nach Antwerpen geschleppt werden, wo es unter dem Namen "Charlesville" von seinem Stapellauf 1950 bis zum Verkauf an die Deutsche Seereederei 1967 seinen Heimathafen hatte. Eine erste Projektnotiz für eine spätere Nutzung als Besucherattraktion will "Watererfgoed Vlaanderen" ebenfalls in Kürze vorlegen. Der Dachverband hat den flämischen Vize-Premierminister Geert Bourgeois gebeten, bei der Landesregierung von MV darauf zu drängen, dem Projekt eine Chance zu geben. Angaben des Verbandes zufolge unterstützen mehr als 75 Organisationen die Rettungsaktion für die "Büchner".

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