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22. September 2017 | 08:24 Uhr

"Büchner" ahoi - Jubiläum im Stadthafen

vom

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erstellt am 08.Nov.2011 | 08:27 Uhr

Kröpeliner-Tor-Vorstadt | Ein stattliches Schiff feiert Jubiläum - und das gleich doppelt. Heute vor zehn Jahren wurde die "Georg Büchner" in den Stadthafen gebracht und bestimmt dort seitdem die Silhouette von Rostocks Uferkante. "Außerdem blicken wir auf die Indienststellung des Schiffes vor mittlerweile 60 Jahren zurück", sagt Klaus Janßen, der heute die Jugendherberge auf dem Schiff leitet. Die "Georg Büchner", auf der neben der Herberge mit 75 Betten heute auch ein Hotel mit 55 Betten und Bildungsträger untergebracht sind, hat wechselvolle Jahre hinter sich.

Gebaut wurde der stählerne Riese 1951 auf der Cockerill-Werft in Hoboken, Belgien. Als kombiniertes Fracht- und Passagierschiff fuhr es unter dem Namen "Charlesville" 16 Jahre lang zwischen Antwerpen und Belgisch-Kongo. "Das Schiff brachte technische Geräte von Belgien in die Kolonie", sagt Janßen. Im Gegenzug nahm es Edelmetall und Jagdtrophäen wieder mit nach Europa. Auf den oberen Decks der "Charlesville" reisten damals "die besseren Leute", berichtet Janßen. In den unteren Decks waren Arbeiter oder Soldaten untergebracht. 1967 verkauften die Belgier das Schiff an die Deutsche Seereederei (DSR). Damals bekam es seinen heutigen Namen. Als Frachtschiff und als Lehrstätte für den DSR-Nachwuchs war die "Georg Büchner" fortan auf der Route nach Kuba/Mexiko unterwegs.

Noch zu DDR-Zeiten machte sie für längere Zeit in Schmarl fest und diente dort weiter zur Ausbildung junger Seeleute. Auch nach der Wende und der Aufgabe des Schiffes durch die Seereederei blieb Bildung ein zentrales Thema an Bord.

Nach etlichen Umbauten und Ausbauten zogen Trägervereine für Weiterbildung mit auf das Schiff, eine Zeit lang wurde es auch als Lehrlingswohnheim genutzt. Träger und Betreiber ist heute der Förderverein Traditionsschiff Rostock. "Er hat das Schiff 1999 von der Stadt gemietet und 2001 dann ganz übernommen", sagt Janßen. Damals zogen Verein und Schiff in den Stadthafen, 2002 kam die Jugendherberge hinterher, die zuvor auf dem Traditionsschiff untergebracht war.

Eines der großen Probleme für den Verein ist die Instandhaltung des technischen Denkmals. Denn nicht nur der Rost setzt dem 153 Meter langen Stahlriesen zu. "Ständig muss gemalert, Leitungen und die Elektrik überholt werden", sagt Janßen. In diesem Winter bleibt die Herberge deshalb geschlossen. "Wir nutzen die Zeit zum Renovieren", so Janßen. Neue Seminarräume sollen entstehen, bevor es im Frühjahr an die Außenhaut des Schiffes geht. Heute will der Verein aber erst einmal die Jubiläen feiern. Der Vorstand gibt einen Empfang für Partner, Unterstützer und Mitglieder.

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